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Wieler und Spahn kritisieren Schul-Notbremse als unzureichend

09:11
15.04.2021
RKI-Präsident Lothar Wieler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) haben den geplanten Stopp von Präsenzunterricht ab einer Corona-Inzidenz von 200 als unzureichend kritisiert. „Aus meiner Sicht ist die 200er-Grenze zu hoch“, sagte Wieler am Donnerstag in Berlin. Je höher man die Schwelle setze, desto mehr Kinder werde man wegen Infektionen aus den Klassen nehmen und desto mehr ganze Klassen werde man zuhause lassen müssen. Spahn sagte mit Blick auf die vorherrschende, als britische Mutation bekannte Virusvariante: „Gerade bei den Schulen, gerade mit den Erfahrungen, die wir mit dieser Mutation haben, kann ich mir auch deutlich früher als bei 200 diese Maßnahmen vorstellen - unbedingt.“

Bund und Länder wollen mit der geplanten Bundes-Notbremse in den Schulen ab 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen vorschreiben, dass bei Präsenzunterricht zwei Corona-Tests pro Woche gemacht werden. Ab 200 soll auf Homeschooling umgestellt werden. Bereits die Bildungsgewerkschaften hatten das als zu riskant kritisiert. Wieler sagte, Kinder könnten ebenso leicht angesteckt werden wie Erwachsene. Sie könnten dann auch Erwachsene anstecken. Glücklicherweise würden sie selbst seltener krank.

In einigen Ländern gibt es bereits geltende Regeln, wonach Schulen ab einer Inzidenz von 100 zu Distanzunterricht wechseln. Gar keine Inzidenzgrenze gibt es derzeit in Sachsen.

Generell gelte, dass ein negatives Testergebnis nicht als Freifahrtschein genommen werden könne, sagte Spahn. Wieler zitierte Studien, nach denen die britische Variante um 30 bis 70 Prozent ansteckender sei. „Die Übertragung ist so rasch und intensiv“, man bekomme das Virus nicht weggetestet. Bei Inzidenzen von 100 oder 200 würden dann einfach viele Menschen positiv getestet werden. „Wir müssen die Inzidenzen runterbringen.“

Jean-Pierre Fellmer

Wegen Corona-Lage auch dieses Jahr kein Maschseefest in Hannover

08:14
15.04.2021
Die gefährliche Corona-Lage lässt auch in diesem Jahr kein Maschseefest in Hannover zu. Wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) am Donnerstag meldete, müssen die Organisatoren das zunächst von Ende Juli bis Mitte August geplante Fest mit vielen Konzerten erneut absagen. „Zum jetzigen Zeitpunkt der Corona-Pandemie und der Impfkampagne ist es völlig unmöglich, eine Veranstaltung dieser Größe durchzuführen“, sagte der Chef der Ausrichtergesellschaft HVG, Hans Nolte, dem Blatt (online).

2020 waren das Maschseefest ebenso wie das Schützen- und das Frühlingsfest in der niedersächsischen Landeshauptstadt bereits ins Wasser gefallen. Für eine Ausrichtung des Feuerwerkwettbewerbs im Großen Garten sieht Nolte aus derzeitiger Sicht immerhin Chancen. Das Schützenfest (2. bis 11. Juli) soll noch in der Schwebe sein. Am Ufer des Maschsees hingegen sei absehbar, dass sich unter den aktuellen Bedingungen Mindestabstände nicht einhalten und die Besucherströme wohl nicht entsprechen regeln ließen. Standbetreiber sollen ihre Verträge bis zu einer Neuauflage des Festes behalten.

Max Seidenfaden