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Stadtvertreter tagten ohne Maske: Kreis erlässt Verwarngelder

10:47
12.04.2021
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat wegen Verstößen gegen die Corona-Maskenpflicht Verwarngelder gegen fast die ganze Stadtvertretung von Waren an der Müritz erlassen. Wie eine Sprecherin des Kreises am Montag erklärte, wurde bei der Sitzung am 17. März gegen die betreffende Landesverordnung verstoßen. Damals hatte es der Präsident der Stadtvertretung, Rüdiger Prehn (Linke), mit Blick auf regional sehr niedrige Inzidenzzahlen, Anwesenden und Stadtvertretern freigestellt, am Platz den Mund-Nasen-Schutz abzulegen. Nicht alle, aber das Gros der Anwesenden folgte dem. Danach hatte Prehn die Fehlinterpretation seinerseits eingeräumt und sich entschuldigt.

Die mehr als 20 betroffenen ehrenamtlichen Abgeordneten sollen nun je 55 Euro Verwarngeld zahlen. Für den Stadtpräsidenten prüft die Kreisverwaltung ein Bußgeld, hieß es. Dessen Höhe würde laut Landesverordnung zwischen 500 und 1000 Euro liegen. „Die Verwaltung trägt auch eine Mitschuld“, räumte Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) ein. Man hätte die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker rechtzeitig darauf aufmerksam machen müssen, was leider nicht passiert sei. Die Kommunalpolitiker hätten aber immer 1,5 Meter voneinander entfernt gesessen.

Max Seidenfaden

Corona-Pandemie sorgt für höheren Trinkwasserverbrauch

10:38
12.04.2021
 Der Wasserverbrauch in privaten Haushalten ist in Deutschland im vergangenen Jahr nach ersten Schätzungen deutlich gestiegen. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag nach einer vorläufigen Bestandsaufnahme mitteilte, konsumierte jeder Einwohner im Jahr 2020 im Schnitt 129 Liter Trinkwasser - und damit vier Liter mehr als im Vorjahr.

Hauptgrund für den sichtbaren Mehrgebrauch der Haushalte seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie, sagte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer: „Homeoffice, Kontaktbeschränkungen und ausgefallene Reisen haben dazu geführt, dass die meisten Bürger deutlich mehr Zeit zu Hause verbrachten und dort entsprechend mehr Wasser gebrauchten.“ Gleichzeitig hätten gestiegene Hygienebedürfnisse, zum Beispiel häufigeres und längeres Händewaschen zur Vorbeugung von Infektionen, den Wasserverbrauch erhöht. Außerdem habe ein trockenes Frühjahr 2020 dazu geführt, dass mehr Wasser zur Gartenbewässerung zum Einsatz gekommen sei.

Max Seidenfaden

Handel warnt vor schärferen Lockdown

10:26
12.04.2021
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat davor gewarnt, im Zuge der Neufassung des Infektionsschutzgesetzes einen schärferen Lockdown im Einzelhandel durchzusetzen. „Viele Nicht-Lebensmittelhändler verlieren aufgrund der angekündigten Veränderungen im Infektionsschutzgesetz jegliche Perspektive. Die Geschäfte ab einem Inzidenzwert von über 100 wieder zu schließen, wird der Lage nicht gerecht“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Montag in Berlin.

Er verwies auf eine HDE-Umfrage unter 1000 Unternehmen, die deutlich mache, wie kritisch die Lage bei vielen Nicht-Lebensmittelhändlern sei. Demnach sehen 45 Prozent der Befragten ihre unternehmerische Existenz im Laufe des Jahres in akuter Gefahr. Die Umsätze der klassischen Innenstadthändler hätten in der vergangenen Woche um 60 Prozent unter dem Vor-Krisen-Niveau gelegen, berichtete Genth. Wo im Zuge der Corona-Bekämpfung lediglich die Kundenzahl in den Geschäften begrenzt war, betrug das Minus demnach knapp 30 Prozent. Wo Kunden mit Terminvereinbarung einkaufen durften, lagen die Umsatzeinbußen bei knapp 50 Prozent. Wo nur negativ getestete Kunden in die Läden durften, gingen die Umsätze um 62 Prozent zurück.

Max Seidenfaden