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Stiko: Anderer Impfstoff für zweite Dosis bei Astrazeneca-Geimpften

20:12
01.04.2021
Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten haben, sollen nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die zweite Impfung auf einen sogenannten mRNA-Impfstoff umsteigen. Das steht in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschlussentwurf der Stiko. In Deutschland sind momentan die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen. Das Astrazeneca-Präparat ist ein sogenannter Vektorimpfstoff.

Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens sagte dem „Spiegel“ dazu in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Interview: „Tierexperimentelle Daten zeigen, dass die Immunreaktion nach heterologer (zweiter) Impfung gleich ausfällt. Man muss noch wissenschaftlich klären, wie gut der Schutz dann beim Menschen ist. Ich hoffe, dass dazu bald Daten vorliegen.“

Mertens sagte weiter, dass man über das Risiko bei zweimaliger Impfung mit Astrazeneca derzeit nur spekulieren könne. „Der nahe liegende Ausweg ist aus meiner Sicht, es gar nicht zu probieren, sondern zur Sicherheit eben als Alternative einen RNA-Impfstoff zu geben.“

Bund und Länder waren am Dienstag einer Empfehlung der Stiko gefolgt, das Astrazeneca-Mittel in der Regel nur noch für Menschen über 60 einzusetzen. Bei 2,7 Millionen verabreichten Astrazeneca-Dosen waren 31 Verdachtsfälle einer sogenannten Hirnvenenthrombose gemeldet worden. Davon verliefen neun Fälle tödlich. Experten vermuten, dass das ohnehin sehr geringe Risiko nur junge Menschen betrifft.

Jean-Pierre Fellmer

Rekord bei Corona-Neuinfektionen in Türkei - Ärzte schlagen Alarm

18:35
01.04.2021
In der Türkei hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen den zweiten Tag in Folge einen Höchstwert erreicht. Insgesamt 40 806 Tests fielen positiv aus, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mitteilte. Die Zahl lag damit erstmals über der Marke von 40 000. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 176 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Die türkische Ärztevereinigung TTB schlug angesichts der stark steigenden Zahlen Alarm: „Die Intensivbetten sind voll“, sagte deren Vorsitzende Sebnem Korur Fincanci der Deutschen Presse-Agentur. Einen Platz im Krankenhaus zu finden, erweise sich als „sehr schwierig“.

Das Land mit 82 Millionen Einwohnern hatte Corona-Beschränkungen Anfang März teilweise aufgehoben - seitdem steigen die Fallzahlen rapide. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte deswegen am Montag neue Maßnahmen angekündigt wie Ausgangsbeschränkungen am gesamten Wochenende in bestimmten Regionen. Im Fastenmonat Ramadan, der Mitte April beginnt, soll es weitere Beschränkungen geben.

Jean-Pierre Fellmer