Letztes Update:
20210402060942

Eilanträge gegen Ausgangssperren in Osnabrück und Emsland ohne Erfolg

17:38
01.04.2021
Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat vier Eilanträge gegen die coronabedingten Ausgangssperren der Stadt Osnabrück und des Landkreises Emsland abgelehnt. Zu diesen Entscheidungen kam die Kammer im Wege einer umfassenden Abwägung des Interesses der Antragsteller und des öffentlichen Interesses, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Die Rechtmäßigkeit der Beschränkungen könne kurzfristig nicht abschließend beurteilt werden.

So bestünden durchaus Zweifel an der Bestimmtheit einzelner Regelungen. Hier sei ein strenger Maßstab anzulegen, da ein Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkung ein Bußgeld nach sich ziehe. Die Zweifel beträfen den Begriff des „privaten Wohnbereichs“ und einige Ausnahmeregelungen in den Allgemeinverfügungen. Es stelle sich etwa die Frage, wann das Verlassen des Wohnbereichs bei einer medizinischen, psychosozialen oder tierärztlichen Behandlung notwendig sei. Ebenso wenig bestimmt sei voraussichtlich das nächtliche Verbot von „Reisen innerhalb des Gebiets des Landkreises Emsland“. Auch die Frage der Verhältnismäßigkeit müsse im Hauptsacheverfahren näher betrachtet werden.

Die Folgenabwägung fiel aber zum Nachteil der Antragsteller aus: Diese hätten nicht hinreichend dargelegt, in welcher Weise sie besonders stark durch die nächtliche Ausgangsbeschränkung betroffen seien. Auf der anderen Seite stehe der befürchtete weitere Anstieg der Infektionszahlen mit der damit einhergehenden Überlastung des Gesundheitssystems und gegebenenfalls Gesundheitsschädigungen weiterer Personen bis hin zu Todesfällen. 

Jean-Pierre Fellmer

Neue Milliarden: Bundesregierung legt bei Coronahilfen nach

16:49
01.04.2021
Die Bundesregierung will angesichts der anhaltenden Corona-Krise besonders belastete Unternehmen mit zusätzlichen milliardenschweren Hilfen stützen. Sie sollen einen neuen Zuschuss bekommen. Auch beim Kerninstrument der Hilfspolitik, der Überbrückungshilfe III, sind Verbesserungen geplant, wie das Bundesfinanzministerium und das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilten.

Die neuen Hilfen dürften nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Milliarden kosten. Firmen, die besonders schwer und über eine sehr lange Zeit von Schließungen betroffen sind, sollen einen neuen Eigenkapitalzuschuss bekommen. Konkret ist das geplant für Firmen, die in mindestens drei Monaten seit November 2020 einen Umsatzeinbruch von jeweils mehr als 50 Prozent erlitten haben.

Die neue Hilfe ist eine Reaktion darauf, dass viele Firmen laut Verbänden ihre finanziellen Reserven aufgebraucht haben. Der Zuschuss soll zusätzlich zur regulären Förderung der Überbrückungshilfe III gewährt werden - auf Basis der bestehenden Plattform, um eine zügige Umsetzung zu gewährleisten.

Der Bund hatte bei den Beratungen mit den Regierungschefs der Länder in der vergangenen Woche zusätzliche Corona-Hilfen für besonders belastete Firmen angekündigt. Finanz- sowie Wirtschaftsministerium hatten in den vergangenen Tagen über die neuen Hilfen verhandelt.

Jean-Pierre Fellmer

WHO bei Impfziel vor dem Scheitern

16:30
01.04.2021
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht bei ihrem Ziel, bis zum 10. April in allen Ländern der Welt mit Impfungen gegen das Coronavirus zu beginnen, vor dem Scheitern. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte reiche Länder vergangene Woche aufgerufen, dringend zehn Millionen Impfdosen aus ihren Beständen zu spenden. Bis Donnerstag erhielt er nach eigenen Angaben aber keine Zusagen. Die WHO hatte Anfang Januar die Losung ausgegeben, dass in den ersten 100 Tagen des Jahres 2021 überall auf der Welt mit dem Impfen begonnen werden soll. Der 100. Tag des Jahres ist der 10. April.

Jean-Pierre Fellmer