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20210319115326

Lauterbach: „Wir müssen zurück in den Lockdown“

11:30
19.03.2021
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich dafür ausgesprochen, die Corona-Maßnahmen schnell wieder zu verschärfen. „Man kann es drehen und wenden wie man will, wir müssen zurück in den Lockdown“, sagte er am Freitag in Berlin. Es mache keinen Sinn zu warten. Je früher man reagiere, desto kürzer müsse der Lockdown sein, um wieder auf eine beherrschbare Fallzahl zu kommen. Lauterbach sprach vom Beginn einer „fulminanten dritten Welle“. Seinen Angaben nach ist durch die stattfindende Verdrängung der alten Virusvariante durch neue Varianten Mitte April mit einer bundesweiten Inzidenzzahl von 200 zu rechnen. Wenn die Fallzahlen nicht abgebremst würden, sei eine Überlastung der Intensivstationen in wenigen Wochen zu erwarten.

Lauterbach begrüßte zugleich die für diesen Freitag geplante Fortsetzung der Impfung mit Astrazeneca. Es handele sich dabei um einen sehr wirksamen Impfstoff, der bei den älteren Menschen die Krankenhauseinweisungen und den Tod sehr sicher verhindern könne. „Daher ist der Impfstoff sicher, und der Nutzen ist gewährleistet, und ich begrüße ausdrücklich, dass in Deutschland die Impfung wieder begonnen hat.“ Er würde diesen Impfstoff jederzeit nehmen, sagte Lauterbach.

Max Seidenfaden

Ramelow: Bund sollte jetzt Vorverträge für Sputnik V machen

10:53
19.03.2021
 Angesichts der Impfstoffknappheit hat sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) für eine baldige Vorbestellung des russischen Corona-Impfstoffs, Sputnik V, ausgesprochen. „Es ist (...) notwendig, dass wir auch dieses Vakzin einfach in Anspruch nehmen“, sagte er am Freitagmorgen im ARD-„Morgenmagazin“. „Ich persönlich plädiere auch dafür, dass die Bundesregierung jetzt die Vorverträge für Sputnik V fertig macht“.

Nach Einschätzung des Ministerpräsidenten dürfe Deutschland mit der Bestellung nicht erst auf die Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) warten. Mit den Verantwortlichen in Russland stehe er bereits in Kontakt, betonte Ramelow. „Es liegt mir eine Offerte vor, die mir der Oberbürgermeister von Weimar vermittelt hat“. Das Präparat ist nach russischen Angaben bereits in fast 50 Ländern zugelassen, darunter ohne EMA-Zulassung im EU-Land Ungarn.

Thüringen ist seit Wochen das am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland. Gerade im Ostthüringer Landkreis Greiz sind die Inzidenzen besonders hoch. „Es geht darum, dass wir viel mehr Vakzine brauchen. Wir brauchen eine größere Menge und wir müssen zuerst anfangen im Landkreis Greiz“, sagte Ramelow.

Max Seidenfaden