Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Augustfehn (Kreis Ammerland) ist die Zahl der Todesopfer unter den Bewohnern inzwischen auf 13 gestiegen. Zehn von ihnen seien an Covid-19 und drei mit Covid-19 verstorben, wie der Kreis Ammerland am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Aktuell seien noch 24 Bewohner und 16 Mitarbeiter infiziert. Ein unmittelbar nach dem Ausbruch für externe Personen angeordnetes Betretungsverbot für die Einrichtung sei inzwischen bis 22. März verlängert worden, so eine Kreissprecherin.
Medien hatten berichtet, dass Pflegepersonal trotz positiver Corona-Tests zur Arbeit im Heim verpflichtet worden sei. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg leitete aufgrund der Berichte in der Sache ein Ermittlungsverfahren gegen die Hausleitung der Einrichtung ein. „Ermittelt wird wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung. Die Ermittlungen dauern noch an“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Der Kreis betonte, es habe sich bei dem Ausbruch um eine Notlage gehandelt. Trotz kurzfristiger Heranziehung weiterer Kräfte über Zeitarbeitsfirmen, weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Einrichtungen, Urlaubssperre, Überstunden und Doppelschichten habe nicht mehr genügend Personal für die Versorgung der Bewohner zur Verfügung gestanden. Um die Versorgung dennoch sicherzustellen, seien einige positiv getestete, aber nicht erkrankte Mitarbeiter noch für wenige Tage für die Versorgung ausschließlich bereits erkrankter Bewohner herangezogen worden, bis die Versorgung wieder sichergestellt gewesen sei.