Letztes Update:
20210311220306

Vierter Corona-Impfstoff in Sicht - Streit um Start in Praxen

16:04
11.03.2021
Im Kampf gegen das Coronavirus kommt ein vierter Impfstoff in Sicht, bei dem aber schon eine Spritze reicht - über einen schnellen Impfstart in Arztpraxen gibt es jedoch neuen Streit. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) gab am Donnerstag grünes Licht für den Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson. Die endgültige Zulassungsentscheidung musste noch die EU-Kommission treffen. Die EU erwartet erste Lieferungen im April. Dann sollen in Deutschland auch normale Praxen mitimpfen - die Ärzte warnen aber vor Verzögerungen wegen Vorbehalten der Länder. Dänemark setzte Impfungen mit dem Mittel des Herstellers Astrazeneca vorerst vorsorglich aus, um unter anderem einen Todesfall zu prüfen.

Vom Impfstoff von Johnson & Johnson soll Deutschland 36,7 Millionen Dosen erhalten, insgesamt hat die EU Dosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Die EMA erklärte, eine bedingte Zulassung sei gründlich und nach höchsten Sicherheitsstandards geprüft worden. Hersteller sind verpflichtet, auch danach noch Daten etwa zur Langzeitwirkung zu übermitteln. Das von der Johnson-Tochter Janssen in den Niederlanden entwickelte Präparat muss nur einmal, nicht zweimal gespritzt werden. Es ist bei Kühlschranktemperatur zu lagern. In der EU sind bisher drei Mittel zugelassen: von Pfizer/Biontech, Moderna und Astrazeneca. 

Jean-Pierre Fellmer

Berlin: EU-Behörden untersuchen dänischen Astrazeneca-Fall

14:42
11.03.2021
Nach dem vorsorglichen Stopp von Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca in Dänemark verweist die Bundesregierung auf laufende Untersuchungen auf EU-Ebene. Nach jetzigem Stand gebe es noch keine Hinweise darauf, dass ein Todesfall in Dänemark mit einer Corona-Impfung ursächlich in Verbindung stehe, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag in Berlin. Aktuell untersuchten die europäischen Arzneimittelbehörden den Fall.

Die dänische Gesundheitsverwaltung hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass in dem Nachbarland der Astrazeneca-Impfstoff für zunächst 14 Tage nicht eingesetzt wird. Grund seien Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, die damit geimpft worden seien. Ein Bericht beziehe sich auf einen Todesfall in Dänemark. Man könne jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und den Blutgerinnseln bestehe.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte auf Twitter: „Der Impfstoff hätte aus meiner Sicht auf Grundlage eines Falles in Dänemark nicht gestoppt werden sollen.“ Die Schädigung des Vertrauens sei immens. Thrombosen (Blutgerinnsel) seien eine häufige Folge von Covid-19. Davor schütze der Astrazeneca-Impfstoff. Er bleibe dabei, dass der Impfstoff sicher sei. „Ich würde ihn jederzeit nehmen.“

Jean-Pierre Fellmer