Trotz anhaltender Kritik der Kommunen am Corona-Kurs in Niedersachsen hält die Landesregierung an der örtlichen Inzidenz als Kriterium für Lockerungen fest. „Ich kann den Unmut und die Schwierigkeit in den Landkreisen mit hoher Inzidenz gut verstehen“, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Donnerstag in Hannover. In der weiter schwierigen Corona-Lage aber müsse der Gesundheitsschutz im Vordergrund stehen. Dafür sei der Wert von weniger als 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen die richtige Schwelle für Lockerungen. Sieben Landkreise überschritten am Donnerstag den Wert, landesweit lag die Inzidenz ähnlich wie an den Vortagen bei 67,9.
Einen Krisengipfel forderten die Oberbürgermeister von Wolfsburg, Salzgitter und Lüneburg. Die Bürger akzeptierten die Einschränkungen nicht mehr, weil sie sie nicht nachvollziehen könnten und sie oft willkürlich wirkten, sagte der Oberbürgermeister von Salzgitter, Frank Klingebiel (CDU), der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Auch Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) betonte: „Wir brauchen eine ganzheitliche und nachhaltige Strategie, wie wir von Ostern über den Sommer bis nach Weihnachten kommen. Wir brauchen eine Strategie, wie wir künftig mit der regionalen Wirtschaft umgehen.“ Die Bürgermeister seien frustriert, weil sie bei Land und Bund mit ihren Vorschlägen scheinbar nicht gehört würden.