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Land hält an Inzidenz für Lockerungen fest - Zweite Impfstufe startet

14:28
11.03.2021
Trotz anhaltender Kritik der Kommunen am Corona-Kurs in Niedersachsen hält die Landesregierung an der örtlichen Inzidenz als Kriterium für Lockerungen fest. „Ich kann den Unmut und die Schwierigkeit in den Landkreisen mit hoher Inzidenz gut verstehen“, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Donnerstag in Hannover. In der weiter schwierigen Corona-Lage aber müsse der Gesundheitsschutz im Vordergrund stehen. Dafür sei der Wert von weniger als 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen die richtige Schwelle für Lockerungen. Sieben Landkreise überschritten am Donnerstag den Wert, landesweit lag die Inzidenz ähnlich wie an den Vortagen bei 67,9.

Einen Krisengipfel forderten die Oberbürgermeister von Wolfsburg, Salzgitter und Lüneburg. Die Bürger akzeptierten die Einschränkungen nicht mehr, weil sie sie nicht nachvollziehen könnten und sie oft willkürlich wirkten, sagte der Oberbürgermeister von Salzgitter, Frank Klingebiel (CDU), der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Auch Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) betonte: „Wir brauchen eine ganzheitliche und nachhaltige Strategie, wie wir von Ostern über den Sommer bis nach Weihnachten kommen. Wir brauchen eine Strategie, wie wir künftig mit der regionalen Wirtschaft umgehen.“ Die Bürgermeister seien frustriert, weil sie bei Land und Bund mit ihren Vorschlägen scheinbar nicht gehört würden.

Jean-Pierre Fellmer

RKI-Chef: Jetzt höhere Inzidenzen bei Jüngeren als vor zweiter Welle

13:11
11.03.2021
 Zu Beginn der dritten Corona-Welle in Deutschland sieht der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) eine andere Ausgangslage als vor der zweiten Welle. Die Zahl der Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche liege aktuell bei der jüngeren, mobilen, berufstätigen Bevölkerung auf einem deutlich höheren Niveau als damals, sagte Lothar Wieler am Donnerstag in einem Online-Vortrag vor Studenten der Hochschule für Politik München. Offensichtlich erschwere dies die Bekämpfung der dritten Welle; diese Gruppen hätten die meisten Kontakte.

Ein Beispiel: Bei den 20-24-Jährigen wurden Anfang August, als die zweite Welle sich aufbaute, 11 Fälle pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche erfasst. Nach neuestem Stand sind es 95 - mehr als in allen anderen Altersgruppen. Laut RKI-Situationsbericht steigen die Inzidenzen in allen Altersgruppen unter 55 Jahren seit der sechsten Meldewoche kontinuierlich an. Bei der ersten und zweiten Welle waren nach Anstiegen in den jüngeren Altersgruppen mit etwas Zeitverzug auch die Fallzahlen bei den Älteren in die Höhe gegangen.

Max Seidenfaden