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Wirtschaft verlangt mehr Einbindung - Kritik an Corona-Politik wächst

15:07
28.02.2021
Angesichts einer fehlenden Öffnungsperspektive für viele Unternehmen und einer schleppenden Impfkampagne wächst in der Wirtschaft die Unzufriedenheit mit der Corona-Politik. Der Groß- und Außenhandelsverband BGA forderte mehr Einbindung von Wirtschaftsvertretern. „Die deutsche Wirtschaft kann Krisen lösen, sie tut es jeden Tag auf der ganzen Welt“, schrieb BGA-Präsident Anton Börner in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag, BamS“. „Dass sie nicht in das Corona-Krisen-Management der EU, der Bundesregierung und der Bundesländer einbezogen wird, ist skandalös.“

Experten aus der Wirtschaft würden bei den Themen Impfkampagne und Öffnungsstrategie nicht involviert, kritisierte Börner. „Stattdessen scheitert der Staat mit einer planwirtschaftlichen Intervention nach der anderen. Probleme sollen wegverwaltet und mit immer neuen Verordnungen bekämpft werden.“ Der BGA-Chef forderte einen runden Tisch mit Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Auch der ehemalige Manager und Unternehmer Roland Berger kritisierte die Corona-Maßnahmen. „Was die Teil-Lockdowns im Oktober und November und den aktuellen Dreiviertel-Lockdown betrifft, würde ich eher die Note Vier vergeben“, sagte der 83-Jährige der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag). „Es wäre vermutlich besser gewesen, das Land für sechs Wochen im Dezember und Januar komplett dichtzumachen.“ Stattdessen habe man nun „einen Schrecken ohne Ende“.

Jean-Pierre Fellmer

Kinderärzte: Schulen und Kitas umgehend öffnen

14:20
28.02.2021
Vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie fordern die Kinderärzte eine rasche Öffnung von Schulen und Kitas. „Auch nach dem Auftreten von Virusmutationen bleibt es dabei, dass Kinder und Jugendliche keine Treiber der Pandemie sind“, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Sonntag. „Deshalb können und müssen alle Schulen und die Kitas umgehend wieder geöffnet werden. Sie spielen im Infektionsgeschehen keine nennenswerte Rolle.“

Eine weitere Schließung der Schulen würde die Kollateralschäden für Kinder und Jugendliche massiv erhöhen, warnte Fischbach. Die psychischen, sozialen und emotionalen Beeinträchtigungen seien nach einem Jahr im Corona-Ausnahmezustand jetzt im zweiten Lockdown noch stärker als im ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr. Neben Vereinsamung, Depression, aggressivem Verhalten und innerfamiliären Konflikten sei auch eine Zunahme der Fettleibigkeit aufgrund von Bewegungsmangel zu beobachten. „Je länger der Lockdown dauert, desto massiver werden aller Voraussicht nach die Langzeitfolgen sein“, sagte Fischbach.

Jean-Pierre Fellmer

Corona-Verstöße - Verstärkte Polizei-Präsenz an der Ostseeküste

14:07
28.02.2021
Nachdem es in den vergangenen Wochen zu größeren Menschenansammlungen in der Lübecker Bucht gekommen war, hat die Polizei an diesem Wochenende verstärkt kontrolliert. Es seien mehrere Streifenwagen an den Küstenorten unterwegs gewesen, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Süd am Sonntag. Dabei seien aber keine größeren Corona-Verstöße beobachtet worden.

Die Polizei habe am Wochenende ein „Präsenz-Konzept“ verfolgt, wie ein Sprecher der Polizeileitstelle sagte. Sonderstreifen seien am Samstag von Scharbeutz und Timmendorfer Strand über Neustadt bis Fehmarn unterwegs gewesen, um auf die Einhaltung der Corona-Regeln zu achten. Bei Verstößen spreche man die Menschen an. „Eine richtige Kontrollaktion ist das aber nicht“, sagte der Polizeisprecher am Samstag. Aufgrund des wieder kälter werdenden Wetters seien dieses Wochenende weniger Menschen an den Promenaden unterwegs.

Jean-Pierre Fellmer