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Corona-Disziplin trotz Frühlingswetter - Mehr Kontrollen im Norden

07:38
27.02.2021
Trotz der frühlingshaften Temperaturen halten sich die meisten Menschen in Niedersachsen auch in Parks, an Seen und auf Spielplätzen an die Corona-Auflagen. „Durch das Frühlingswetter haben wir zwar deutlich mehr zu tun“, sagte Michael Bertram von der Polizei Hannover. Das bedeute aber nicht zwangsweise, dass Verstöße oder gar Ordnungswidrigkeiten zunehmen. Die Mehrarbeit entstehe durch häufige Kontrollen, Ansprachen und Hinweise an Hotspots wie etwa der Promenade am Maschsee, erläuterte Bertram.

Aus Sicht des Polizeisprechers aus der Landeshauptstadt herrscht in der Bevölkerung eher keine Müdigkeit, was das Einhalten der Corona-Regeln betrifft. „Vielen Menschen ist klar, dass wir die Pandemie sonst nicht in den Griff kriegen“, sagte Bertram. Da die Regeln aber seit langem bekannt seien, gehe die Polizei auch konsequent vor. Als Beispiele nannte Bertram, dass zuletzt in der Region Hannover Bolzplätze und Spielflächen gesperrt worden seien, weil es dort mit 60 bis 80 Leuten fast keine Abstände gegeben habe.

Ein ähnliches Bild beschreibt die Polizei in Braunschweig, der zweitgrößten Stadt des Landes. „Die Disziplin ist noch da“, sagte Sprecher Jonas Brockfeld. An Stellen, die durch das Wetter viele Menschen anziehen, wie der Heidbergsee oder der Prinzenpark, setzten die Beamten verstärkt auf Ansprache und Hinweise. „Dafür gibt es oft Verständnis“, berichtete Brockfeld. Aber auch in Braunschweig mussten schon Corona-Partys mitten in der Innenstadt aufgelöst werden.

„Sehr disziplinierte Menschen“, die die „notwendigen Maßnahmen noch gut mittragen“ erkannte zuletzt auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Unsicherheiten treten allerdings auf, wenn die Vorschriften unklar sind, zum Beispiel bezüglich der Pflicht zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen an bestimmten Orten“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff.

Problematisch bleiben zudem Meldungen wie aus Twistringen im Landkreis Diepholz, wo laut Polizei am Donnerstag etwa 50 Personen, überwiegend Kinder und Jugendliche, auf einem Bolzplatz Fußball spielten. Nicht selten berichten die Beamten in den vergangenen Tagen dann von Fluchtversuchen, sobald die Polizei eintrifft. Polizeigewerkschaftschef Schilff rechnet damit, dass durch das frühlingshafte Wetter verstärkte Kontrollen notwendig bleiben.

Auf Demonstrationen gegen die Infektionsmaßnahmen wird laut Gewerkschaft immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Kollegen durch dreist gefälschte Atteste sowie provokante und teils aggressive Verstöße gefährdet werden. Da solche Demos jetzt ebenfalls wieder vermehrt starteten, müsse diese Entwicklung in jedem Fall unterbunden werden, forderte Schilff.

Sarah Haferkamp

Das war am Freitag, 26. Februar, wichtig:

22:04
26.02.2021
Bremen und Niedersachsen: 
  • Das Gesundheitsamt Bremen hat 104 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet (Stand 15 Uhr Stadtgemeinde Bremen, 16 Uhr Bremerhaven). 
  • Der Senat will ab dem 8. März die Einschränkungen für den Einzelhandel in einem ersten Schritt lockern.
  • Mit 400 Impfungen bereits am ersten Tag wird das Corona-Impfangebot an die Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung sehr gut angenommen.

Deutschland und die Welt:
  • Angesichts der Ausbreitung ansteckenderer Varianten des Coronavirus in Deutschland verschärft das Robert Koch-Institut (RKI) eine Empfehlung für Ärzte. Bei einer Infektion mit einer der Varianten oder dem Verdacht darauf sollten Patienten - unabhängig von der Schwere, dem Alter oder einem Krankenhausaufenthalt - vorsorglich 14 Tage isoliert werden,
  • Eine einzelne Dosis des Impfstoffs von Biontech/Pfizer kann einer britischen Untersuchung zufolge bereits nach zwölf Tagen die Zahl der asymptomatischen Coronavirus-Infektionen auf ein Viertel reduzieren.
  • Die Bundesregierung dämpft Hoffnungen auf schnelle und umfassende Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Trotz langer Wochen im Lockdown, erster Impferfolge bei den Alten und neuer Testmöglichkeiten empfehle er „größtmögliche Umsicht und Vorsicht“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin.

Anna Zacharias