Die Deutsche Bahn hat die fast vollständige Einstellung des Zugverkehrs im Nordwesten als Reaktion auf das Winterwetter verteidigt. „Das Konzept der DB-Krisenmanager ging auf“, sagte eine Bahnsprecherin am Donnerstag. Der Betrieb sei vor allem dort, wo höchste Warnstufen galten, gezielt reduziert worden, um Stausituationen auch im Schienenverkehr zu vermeiden.
Mit diesem Vorgehen wurde ein zentrales Ziel aus Sicht der Bahn erreicht. „Es mussten zu keinem Zeitpunkt Fahrgäste auf offener Strecke aus Fernverkehrs- oder Regionalzügen evakuiert werden“, betonte die Bahnsprecherin. Aufgrund des extremen Unwetters hatte die Bahn am Sonntag den Regionalverkehr bis auf wenige Ausnahmen eingestellt und auch den Fernverkehr weitgehend beendet.
Der Fahrgastverband Pro Bahn zeigte viel Verständnis für das Vorgehen der Bahn. „Auf offener Strecke liegengebliebene Züge wären bei den Temperaturen ein sehr großes Problem geworden“, sagte Verbandssprecher Karl-Peter Naumann. Coronabedingt sei ja auch eine eventuell nötige Unterbringung von Fahrgästen in Hotels sehr schwierig. Ein Problem der Bahn in solchen Situation bleibe aber die schwache Information der Fahrgäste, sagte Naumann.