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20210204162431

Intensivmediziner: Lockdown mindestens um zwei Wochen verlängern

15:54
04.02.2021
Intensivmediziner haben eine Verlängerung der derzeit in Deutschland geltenden Corona-Regeln gefordert. „Ich plädiere nicht für eine unendliche Verlängerung des Lockdowns. Aber es ist zwingend erforderlich, dass wir die geltenden Maßnahmen mindestens um zwei Wochen verlängern“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, dem Nachrichtenportal t-online. Ende Februar sollte es dann eine weitere Überprüfung geben.

Die Lage auf den Intensivstationen bleibe trotz des Rückgangs der Patientenzahlen bis Ostern sehr ernst, so Marx. Alle Mitarbeiter auf den Intensivstationen befänden sich seit bald einem Jahr in einem Dauer-Ausnahmezustand. Von einer „echten Entspannung“ würde er erst sprechen, wenn es weniger als 1000 Corona-Intensivpatienten gäbe. Derzeit seien es demnach rund 4200. Gleichzeitig warnte Marx aufgrund der Verbreitung von möglicherweise besonders ansteckenden Virus-Varianten vor einer dritten Corona-Welle. „Wenn die beginnt, bevor wir die zweite Welle hinter uns gebracht haben, ist das erneut eine zusätzliche extreme Belastung für die Krankenhäuser.“

Malte Bürger

Weil: Diskussion über Lockerung für Geimpfte jetzt nicht sinnvoll

15:18
04.02.2021
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält wenig von der Debatte über eine Lockerung von coronabedingten Einschränkungen für bereits geimpfte Menschen. „Im Moment und in den kommenden Monaten ist diese Diskussion ziemlich an den Haaren herbeigezogen“, sagte er am Donnerstag dem Radiosender Antenne Niedersachsen. Dies sei eine Diskussion, die überhaupt keinen praktischen Nutzen habe.

Auch der Deutsche Ethikrat riet davon ab, Kontaktbeschränkungen und andere Anti-Corona-Maßnahmen für Geimpfte früher aufzuheben und führte am Donnerstag vor allem zwei Argumente an: Bisher deute wenig darauf hin, dass jemand, der geimpft ist, das Virus nicht mehr weitertragen könne. Solange zudem noch nicht jeder Bürger die Möglichkeit habe, sich impfen zu lassen, dürfte dies „als ungerecht empfunden werden“.

Malte Bürger

Todesfälle in Afrika nähern sich der Marke 100 000

14:55
04.02.2021
Afrika nähert sich der panafrikanischen Gesundheitsbehörde CDC zufolge bei den coronabedingten Todesfällen der Marke 100 000. Die Todesrate liege aktuell mit 2,6 Prozent der Infizierten noch immer weit über dem globalen Durchschnitt von 2,2 Prozent, warnte am Donnerstag John Nkengasong. Der Leiter der zur Afrikanischen Union (AU) gehörenden Gesundheitsbehörde Africa CDC nannte die überdurchschnittlich hohe Todesrate besorgniserregend.

Afrika, das mehrheitlich von einer zweiten Infektionswelle betroffen ist, hat bisher 3,6 Millionen Corona-Fälle verzeichnet. Das entspricht 3,5 Prozent der weltweiten Fälle. Die Zahlen zeigen aktuell eine sinkende Tendenz. Südafrika, das mit gut 1,4 Millionen Fällen die meisten Corona-Fälle in Afrika verzeichnet, hat seine ersten Impfdosen am 1. Februar erhalten. Das Land folgt damit auf dem Kontinent Marokko, Algerien, Guinea und Tunesien. Zudem sollen schon bald die ersten Länder Impfdosen durch die internationale Covax-Initiative bekommen, darunter auch vier afrikanische Länder. Afrika hinke mit seinen Impfkampagnen zwar etwas hinterher, aber nicht viel, sagte WHO-Afrika-Chefin Matshidiso Moeti.

Malte Bürger