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Landkreis zog heimlich 320 Polizisten bei Corona-Impfungen vor

14:23
04.02.2021
Der Landkreis Stendal hat auf eigene Faust und gegen die Vorgaben aus dem Impfplan 320 Polizisten bei der Corona-Schutzimpfung bevorzugt. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) bestätigte den Vorgang am Donnerstag im Landtag auf Anfrage des Linken-Politikers Wulf Gallert. Sie zeigte sich verärgert und kündigte an, den Landkreis für die nicht abgesprochene Aktion zu ermahnen.

Polizisten gehören, sofern sie nicht schwer krank oder sehr alt sind, nicht zur ersten, sondern zur zweiten Prioritätsgruppe im Impfplan. Sie dürfen damit erst geimpft werden, wenn die Hochbetagten, Schwerkranken und das medizinische Personal, das die Gruppe eins bildet, vollständig versorgt ist. Die Impfverordnung und diese darin festgelegte Reihenfolge sei „keine Empfehlung“, betonte Grimm-Benne.

Auch der Landkreis bestätigte den Vorgang. Es habe sich um einen Test für das Szenario gehandelt, dass plötzlich jenseits von Impfzentren und Pflegeheimen viele Menschen geimpft werden müssten, sagte ein Sprecher. So etwas könne man „nicht am Schreibtisch“ planen. Ein Testlauf, in dem nur die Abläufe vor und nach dem Piks, nicht aber die Impfung selbst geprobt werden, wäre nicht realistisch genug gewesen.

Den Impfstoff zwackte der Landkreis demnach aus der Reserve ab, die er eigentlich für die Zweitimpfungen bereits geimpfter Menschen vorhalten müsste. Der solle wieder aufgefüllt werden, sobald die Polizisten im Impfplan an der Reihe sind, sagte der Sprecher.

Der Kreis habe für den Probelauf Polizisten ausgewählt, da diese kurzfristig in ausreichender Anzahl zur Verfügung gestanden hätten. Außerdem habe man sich gedacht, wenn man schon einen solchen Test mache, könnten auch diejenigen davon profitieren, „die uns schützen“, sagte der Sprecher. Zahlreiche Pflegerinnen und weiteres medizinisches Personal, die der Landkreis laut Impfverordnung vorher hätte impfen müssen, warten in Sachsen-Anhalt noch auf ihren Termin.

Anna Zacharias

Astrazeneca-Impfstoff soll ab kommender Woche eingesetzt werden

13:52
04.02.2021
Der Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca kann in Niedersachsen voraussichtlich in der kommenden Woche erstmals eingesetzt werden. An diesem Samstag wird eine erste Lieferung von 33 600 Impfdosen erwartet, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag in Hannover. In den darauffolgenden beiden Wochen sollen je 38 400 Dosen geliefert werden, in der letzten Februarwoche dann 96 000 Impfdosen.

Nach den Impfstoffen der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna ist der von Astrazeneca der dritte, der in Niedersachsen zur Anwendung kommt. Die EU-Kommission hatte vergangenen Freitag den Impfstoff von Astrazeneca zugelassen. Mit dem Präparat soll unter anderem das Personal ambulanter Pflegedienste, Personal von Tagespflegeeinrichtungen, Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige in Hospizen sowie Rettungsdienstpersonal geimpft werden. Zwischen Astrazeneca und der EU gab es zuletzt Streit, weil das Unternehmen im ersten Quartal deutlich weniger Impfstoff liefern wird als zunächst angekündigt.

Malte Bürger

Söder spricht mit Macron

13:19
04.02.2021
Per Videokonferenz wollen der französische Präsident Emmanuel Macron und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder über die aktuelle Lage in der Corona-Krise sprechen. Das Gespräch soll am Freitagvormittag stattfinden. Neben der Pandemie solle es auch um die bayerisch-französischen Beziehungen und die aktuelle Lage in Europa gehen.

Söder und Macron hatten sich bereits im vergangenen Jahr am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zu einem kurzen Gespräch getroffen. In der Folge vereinbarten sie auch, weiterhin Kontakt zu halten, wegen der Corona-Krise war aber etwa ein weiteres persönliches Treffen bislang nicht mehr möglich.

Anna Zacharias