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WHO-Team inspiziert Virus-Labor: China bestreitet undichte Stelle

09:57
03.02.2021
Ein chinesisches Virus-Institut hat Verdächtigungen über undichte Stellen in seinem Hochsicherheitslabor als Ursache für den Ausbruch des Coronavirus zurückgewiesen. Bei ihren Ermittlungen im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besuchten ausländische Experten am Mittwoch das Institut für Virologie (WIV) in Wuhan. In der Metropole in Zentralchina waren im Dezember 2019 erstmals Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus entdeckt worden, mit dem sich weltweit mehr als 100 Millionen Menschen angesteckt haben.

Das Virus-Labor ist eine führende Einrichtung von Chinas Akademie der Wissenschaften. Es forscht schon lange mit Coronaviren von Fledermäusen, die wegen genetischer Ähnlichkeiten als Ursprung für die Pandemie verdächtigt werden. So hatte die US-Regierung den Verdacht geäußert, dass das Virus aus dem Labor entwichen sein könnte, was die chinesische Seite aber energisch bestreitet.

Das Labor sei „von einigen antichinesischen Politikern wie dem früheren US-Außenminister Mike Pompeo rücksichtslos verleumdet worden“, schrieb die Zeitung „Global Times“, die vom kommunistischen Parteiorgan „Volkszeitung“ herausgegeben wird. Es sei Teil einer langfristigen Strategie, „eine Konfrontation wie im Kalten Krieg mit China zu starten“. Mitarbeiter des Labors sähen „lächerliche Beschuldigungen“, die es „nicht einmal wert sind, zurückgewiesen zu werden“, schrieb das Sprachrohr der chinesischen Propaganda.

Anna Zacharias

Labore haben ersten Überblick über Corona-Varianten in Deutschland

11:18
03.02.2021
Die Labore in Deutschland haben nach Zehntausenden Testungen einen ersten Überblick über die Ausbreitung von Corona-Varianten hierzulande. „Was hier durchs Land schwirrt, ist im einstelligen Prozentbereich“, sagte der Laborbetreiber Evangelos Kotsopoulos am Dienstag bei einem Pressegespräch des Verbands der Akkreditierten Labore in der Medizin. Er betonte aber, dass erst seit einer guten Woche gezielt getestet werde und die Zahlen bisher meist aus der Cluster-Nachverfolgung stammten. Sprich: Die Menschen in den Infektionsherden können sich gegenseitig mit mutierten Virus-Varianten infizieren, weswegen eine statistische Verzerrung wahrscheinlich ist.

Mit speziellen Tests wollen die Labore einen flächendeckenden Überblick über hochansteckende Corona-Mutanten wie die britische Variante B 1.1.7 bekommen. Zu dem Zweck sollen etwa acht bis zehn Prozent aller positiven Corona-Tests mit einem separaten sogenannten PCR-Kit nachgetestet werden. „Das wird hier massiv hochgefahren“, sagte Kotsopoulos. Die benötigten Kits gebe es aber erst seit etwas mehr als einer Woche. In der vergangenen Woche seien mehrere Zehntausend PCR-Nachtestungen auf Mutanten durchgeführt worden. Mit einem genauen Ergebnis könne in wenigen Tagen gerechnet werden, hieß es. Auch das Robert Koch-Institut werde dazu einen Bericht veröffentlichen.

Max Seidenfaden

Sorge wegen besonders ansteckender Corona-Mutationen in Frankreich

10:42
03.02.2021
In Frankreich wächst die Sorge vor der Verbreitung der besonders ansteckenden Coronavirus-Varianten. Erste Untersuchungen im Großraum Paris seien „nicht gut“, warnte Rémy Salomon, Präsident der medizinischen Kommission beim Pariser Krankenhausbetreiber AP-HP, am Dienstag im Gespräch mit dem Sender Franceinfo. Die bisher getroffenen Maßnahmen reichten wahrscheinlich nicht aus.

„Ich verstehe, dass das eine schwierige Entscheidung ist“, sagte er mit Blick auf einen erneuten Lockdown. Aber er habe Angst vor einer Beschleunigung der Epidemie und warnte vor einem exponentiellen Anstieg. Salomon plädierte etwa für eine Verlängerung der Winterschulferien. Das Bildungsministerium hatte zuletzt die Regeln für Vorschulen verschärft, um die Verbreitung der Mutationen einzudämmen.

Michael Rabba