Letztes Update:
20210203124140

Ryanair muss umstrittene „Jab and Go“-Werbung zurückziehen

09:02
03.02.2021
Ryanair muss eine umstrittene Werbung mit dem Slogan „Jab and Go“ zurückziehen, mit dem die Billig-Airline für unbeschwerten Urlaub nach einer Corona-Impfung im kommenden Sommer geworben hatte. Ryanair müsse den Werbe-Slogan, der in etwa mit „Impfen und los“ übersetzt werden kann, entfernen, da Verbraucher in die Irre geführt werden könnten, hieß es von der britischen Aufsichtsbehörde Advertising Standards Authority am Mittwoch.

Die im Dezember und Januar im Fernsehen geschaltete Werbung, in der 20- bis 30-Jährige im Sommerurlaub zu sehen sind, hatte mehr als 2300 Beschwerden provoziert - und damit der Behörde zufolge die drittmeisten Beschwerden über eine Werbung jemals. Mehrere Zuschauer hatten den Clip als „geschmacklos“ bezeichnet. Andere hatten kritisiert, Ryanair verharmlose die Pandemie oder deute an, dass im Sommer alle unbeschwert in den Sommerurlaub reisen könnten.

Wie schnell die Impfprogramme jedoch weiter voranschreiten und wie lange Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie aufrecht erhalten werden müssen, ist völlig unklar. Ryanair erklärte, man habe keinerlei spezifische Behauptungen zu den Impfungen gemacht und habe einen optimistischen Blick in die Zukunft geben wollen. „Wichtige Kontextfaktoren“ müssten berücksichtigt werden, wenn man sich die Werbung anschaue.

Anna Zacharias

Geimpft aufs Konzert: Eventim schafft technische Voraussetzungen

08:22
03.02.2021
Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge bereitet sich der Konzertveranstalter Eventim darauf vor, Impfausweise einzuscannen. Die technischen Voraussetzungen dafür seien geschaffen. 
„Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus-Peter Schulenberg der "Wirtschaftswoche". „Wir haben unsere Systeme so eingerichtet, dass sie auch Impfausweise lesen können.“

Anna Zacharias

Deutsche Hilfe in Portugal dringend nötig: „Lage absolut dramatisch“

08:25
03.02.2021
Die 26 Ärzte und Pfleger der Bundeswehr, die ab Mittwoch das strauchelnde Hochrisikoland Portugal im Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützen, bekommen einen warmen Empfang. Der Europaabgeordnete Paulo Rangel sprach von einem „Beispiel europäischer Solidarität“. Auch Österreich und Spanien wollen helfen, aber „Die Deutschen sind die ersten“, titelte das Renommierblatt „Público“ anerkennend. Leser der Zeitung schrieben, sie seien bewegt und dankbar ob der Hilfe aus Berlin. „In schwierigen Stunden erkennt man die echten Freunde“, lautete ein Eintrag in der Kommentarspalte.

Verwunderlich sind die vorwiegend positiven Reaktionen nicht. Die Nothilfe aus Deutschland wurde dringend erwartet und kommt vermutlich gerade noch rechtzeitig. Kaum irgendwo auf der Welt richtet das Coronavirus derzeit größeren Schaden an. Nirgendwo wurden zuletzt im Verhältnis zur Bevölkerungszahl mehr Neuinfektionen und mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet, wie das von der Oxford University unterstützte Portal „Our World in Data“ zeigt.

Die Lage in den Krankenhäusern sei „absolut dramatisch“, betont der Präsident des portugiesischen Ärzteverbandes ANMSP, Ricaro Mexia. In der Tat: Vor Krankenhäusern bildeten sich an den vergangenen Tagen teilweise lange Schlangen von bis zu 30 Krankenwagen, weil das Personal alle Hände voll zu tun hatte und die Kranken nicht so schnell aufgenommen werden konnten. Medien berichteten von Patienten, die eine ganze Nacht im Krankenwagen verbringen mussten.

Noch schlimmer erging es einer 46-Jährigen, die an Covid erkrankt war und nach einem Bericht des Nachrichtensenders TVI24 vier Tage lang auf einem Sessel behandelt wurde, weil im Hospital von Vila Franca de Xira bei Lissabon kein Bett frei war. „Ich kann vor lauter Wut nur noch heulen“, sagte ihr Ehemann im Fernsehen.

Anna Zacharias