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20210121103134

Corona: Schweden verlängert Ausschankverbot - Lockerungen für Gymnasien

09:33
21.01.2021
Die Schweden dürfen in der Corona-Krise zwar weiter ins Restaurant gehen, in Lokalen am späteren Abend aber weiter keinen Alkohol trinken. Das Ausschankverbot für alkoholische Getränke nach 20.00 Uhr wird um zwei Wochen bis zum 7. Februar verlängert, wie Regierungschef Stefan Löfven am Donnerstagmorgen auf einer Pressekonferenz in Stockholm sagte.

Schwedische Gymnasien, denen bislang der Distanzunterricht ans Herz gelegt worden ist, dürfen zudem ab Montag bestimmten Unterricht teils wieder vor Ort in der Schule geben. Er solle eine Kombination aus Fern- und Präsenzunterricht darstellen, sagte Ausbildungsministerin Anna Ekström. Voraussetzung ist, dass die Infektionslage in der jeweiligen Region dies zulässt. Die Empfehlung zum Arbeiten im Homeoffice wird ebenso verlängert wie diejenige zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Stoßzeiten im öffentlichen Nahverkehr.

Die Schweden hatten im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus von Beginn an eine ganz andere Strategie gewählt als die meisten anderen europäischen Staaten: Statt strikter Corona-Maßnahmen entschloss sich das skandinavische EU-Land zu einem Sonderweg mit verhältnismäßig moderaten Beschränkungen des öffentlichen Lebens und eindringlichen Appellen an die Vernunft des einzelnen Bürgers.

Dieser Weg hat international zu viel Beachtung geführt, aber auch vergleichsweise hohe Infektions- und Todeszahlen mit sich gebracht. Seit Beginn der Pandemie gab es knapp 540 000 Corona-Infektionen und rund 10 800 Todesfälle in Verbindung mit solchen Infektionen in Schweden. Auf die Bevölkerung des Zehn-Millionen-Einwohner-Landes heruntergerechnet sind das deutlich höhere Corona-Zahlen gewesen als etwa in Deutschland oder dem übrigen Skandinavien. Die Anzahl der Neuinfektionen hat im Herbst stark zugenommen, geht seit dem Jahreswechsel aber zurück. Die Lage sei weiter instabil, sagte der Direktor der Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten, Johan Carlson.

Malte Bürger

Minister Müller richtet Impfstoff-Appell an US-Techkonzerne

08:27
21.01.2021
Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat global agierende Unternehmen dazu aufgerufen, arme Länder bei der Beschaffung von mehr Corona-Impfstoffen zu unterstützen. „Mein Appell richtet sich insbesondere an die Corona-Krisengewinner wie Amazon, Facebook, Google: Engagiert Euch für mehr Impfstoff für die Ärmsten!“, sagte Müller der „Rheinischen Post“ (Donnerstag).

Die Pandemie treffe die Ärmsten der Armen am härtesten. Dagegen bleibe die weltweite Krisenreaktion noch weit hinter dem Notwendigen zurück. „Es geht - beispielsweise in der Sahelzone - um die Gefahr, dass wegen der Corona-Krise staatliche Strukturen zusammenbrechen. Das kann zu unkontrollierten Flüchtlingsbewegungen führen“, warnte der CSU-Politiker.

Während sich 14 Prozent der Weltbevölkerung 50 Prozent der bestellbaren Impfstoffdosen gesichert hätten, könnten die Entwicklungs- und Schwellenländer bis Ende des Jahres im Idealfall nur 20 Prozent ihrer Bevölkerung ein Impfangebot machen. Mehr für den Schutz der Menschen in armen Ländern zu tun, sei im eigenen Interesse der Europäer. „Wir werden die Pandemie nur weltweit besiegen können oder gar nicht. Sonst kommt das Virus im nächsten Flieger zurück“, sagte Müller.

Malte Bürger