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Vierte Person coronapositiv nach Einreise für Australian Open

07:50
17.01.2021
 Der Trainingsstart der Tennisprofis für die Australian Open in Melbourne verzögert sich nach einem weiteren positiven Corona-Test bei einem Flug-Passagier. Damit erhöht sich die Zahl der Corona-Fälle vor dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres auf vier, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Alle Mitreisenden müssen als Erstkontakt in ihren Hotels in eine strikte 14-tägige Quarantäne, darunter 47 Tennisprofis. Zu ihnen gehört auch Angelique Kerber, die das Turnier 2016 gewann.

Alle übrigen Spielerinnen und Spieler können erst an diesem Montag ins Training einsteigen, weil noch nicht alle Test-Ergebnisse vorlägen, sagte die für Quarantäne-Angelegenheiten im Bundesstaat Victoria zuständige Behördenchefin Emma Cassar am Sonntag. Ihren Angaben zufolge wurde ein Rundfunk-Mitarbeiter nach der Ankunft aus Los Angeles positiv auf das Coronavirus getestet. Außerdem seien ein Mitglied der Crew und ein Tennis-Trainer sowie ein Coach, der aus Abu Dhabi eintraf, positiv getestet worden. Auch Kerber war mit der Chartermaschine aus Abu Dhabi geflogen. Der Trainer der einstigen US-Open-Siegerin Bianca Andreescu gab am Samstag bekannt, er habe einen postiiven Test abgegeben und entschuldigte sich für die Folgen.

Die Behörden in Victoria warnten die in Isolation befindlichen Tennisprofis vor Missachtung der strikten Bedingungen. Cassar drohte mit Geldstrafen von 20 000 australischen Dollar (12 750 Euro) auch bei geringen Verstößen. Zuvor soll ein Spieler mit einem Trainingspartner auf einem Hotelflur gesprochen haben. Profis, die zwei Wochen lang die normale Quarantäne absolvieren, dürfen für Training und Fitness fünf Stunden täglich aus dem Hotel. Die Australian Open sollen am 8. Februar beginnen.

Patrick Reichelt

Maas: Geimpfte in Restaurants und Kinos lassen

07:18
17.01.2021
Als erster Bundesminister fordert Außenamtschef Heiko Maas (SPD), Menschen mit Corona-Impfung früher als anderen den Besuch von Restaurants oder Kinos zu erlauben. „Geimpfte sollten wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen“, sagte Maas der „Bild am Sonntag“. „Es ist noch nicht abschließend geklärt, inwiefern Geimpfte andere infizieren können. Was aber klar ist: Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg. Damit fällt mindestens ein zentraler Grund für die Einschränkung der Grundrechte weg.“

Maas erinnerte auch an die Betreiber von derzeit geschlossenen Restaurants, Kinos, Theater oder Museen. „Die haben ein Recht darauf, ihre Betriebe irgendwann wieder zu öffnen, wenn es dafür eine Möglichkeit gibt. Und die gibt es, wenn immer mehr Menschen geimpft sind. Denn wenn erst mal nur Geimpfte im Restaurant oder Kino sind, können die sich nicht mehr gegenseitig gefährden.“

Die Bundesregierung hatte die Wiederherstellung der Freiheiten für Geimpfte bislang auch mit dem Hinweis darauf abgelehnt, dass nicht bekannt ist, ob sie dennoch andere anstecken können. Derzeit breitet sich von Großbritannien ausgehend ein veränderter Corona-Typ aus, der als extrem ansteckend gilt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zudem vor einer drohenden Spaltung der Gesellschaft gewarnt. Maas, der früher Justizminister war, widersprach: „Ja, das wird in einer Übergangszeit auch zu Ungleichheiten führen, aber solange es dafür einen sachlichen Grund gibt, ist das verfassungsrechtlich vertretbar.“

Patrick Reichelt