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20210115212019

Mehr als zwei Millionen Corona-Infektionen in Deutschland

20:52
15.01.2021
In Deutschland haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie bereits über zwei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.368 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie das RKI am Freitag bekanntgab. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2.000.958. Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Gesamtzahl noch deutlich höher liegen dürfte, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden 1113 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan noch etwas schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 146,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 287,6 und Sachsen mit 274,1. De

Anna Zacharias

Historiker: Corona ist kein Einschnitt in Menschheitsgeschichte

20:37
15.01.2021
Der Historiker Volker Reinhardt glaubt nicht, dass Corona einen größeren Einschnitt in der Menschheitsgeschichte darstellen wird. Er wolle die Pandemie angesichts so vieler Todesfälle und so großen Leides nicht verniedlichen, sagte der Experte für das Zeitalter der Renaissance dem "Spiegel". "Aber wenn sie durch Impfungen eingedämmt werden kann, werden sich Haltungen und Mentalitäten der Menschen nicht ändern."

Bisher seien große Epidemien stets mit Verdrängen und Vergessen beantwortet worden, sagte der an der Universität Freiburg in der Schweiz lehrende Wissenschaftler, der Ende Januar ein neues Buch über die Pest im 14. Jahrhundert veröffentlicht. "Und sie haben soziale Konflikte, Neid und Mobbing geschürt. Epidemien können die destruktiven und, wenn man es moralisch ausdrücken will, die bösen Kräfte hervorlocken."

Noch habe keine Epidemie eine entscheidende Wende in der Geschichte verursacht. Zwar habe die Pest des 14. Jahrhunderts durchaus fühlbare Veränderungen in der Gesellschaft, den Vorstellungswelten und Mentalitäten hervorgebracht. Für die meisten Menschen der Renaissance hätten sich Lebensgewohnheiten und Alltag aber in keiner Weise geändert - trotz der neuen Errungenschaften in Kunst, Wissenschaft und Philosophie . Auf die Frage, ob Corona nicht doch das Lebensgefühl der heutigen Menschen verändere, sagte Reinhardt, natürlich werde nach Corona nicht vor Corona sein. "Ich würde das eher als Memento mori beschreiben: Bedenke Deine Hinfälligkeit."

Anna Zacharias