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Geimpfte sollen keine Sonderrechte in Zügen haben

20:18
15.01.2021
Für Corona-Geimpfte soll es bei der Deutschen Bahn laut Konzernchef Richard Lutz keine Sonderrechte geben. „Wir halten uns an die politischen Vorgaben“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Niemand wird deshalb vorerst auf eine Maske verzichten können, nur weil er einen Impfausweis hochhält.“ Die Corona-Krise hat die Fahrgastzahlen beim bundeseigenen Konzern massiv einbrechen lassen. „Noch 2019 hatten wir im Fernverkehr mit mehr als 150 Millionen so viele Passagiere wie noch nie“, sagte Lutz. Auch Anfang 2020 seien die Zahlen gestiegen. „Ende 2020 waren es nur noch gut halb so viel: rund 80 Millionen.“

Entsprechend hoch sind die Einbußen bei der Deutschen Bahn. Lutz rechnet demnach mit Schäden von rund 10 Milliarden Euro bis 2024. Das laufende Jahr werde demnach ebenfalls schwer. Erst ab 2022 werde der Konzern wieder Gewinn machen. Trotz der wenigen Fahrgäste hält die Bahn bislang einen Großteil des Angebots aufrecht. Um die Verluste auszugleichen, will der Bund zunächst fünf Milliarden Euro in Form einer Eigenkapitalerhöhung zuschießen. Noch muss die EU-Kommission der Finanzhilfe zustimmen. 

Anna Zacharias

Weniger Fahrgäste im ÖPNV angestrebt

18:31
15.01.2021
Im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) mit Bussen und Bahnen gehe es darum, Wege zu finden, wie Kontakte unter Fahrgästen ausgedünnt werden könnten. Dies heiße aber nicht, den ÖPNV einzustellen, betonte der Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.
Zielmarke bleibe, in Deutschland zu einem Niveau von weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu kommen, bekräftigte Seibert. Zu konkreten möglichen Verschärfungen der Corona-Maßnahmen äußerte sich er sich nicht.

Anna Zacharias

Polizei stellt doppelt so viele Anzeigen wie vergangene Woche

17:21
15.01.2021
Polizei und Ordnungsdienst haben in der Zeit von Montag, 11. Januar, bis Donnerstag, 14. Januar, in Bremen 319 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz eingeleitet - das sind mehr als doppelt so viele wie in der vergangenen Woche (147 Anzeigen). In 95 Fällen erfolgten den Angaben der Stadt zufolge Erläuterungen und Hinweise zu den bestehenden Verhaltenspflichten, wie zur Einhaltung des Mindestabstandes oder zu betrieblichen Hygienemaßnahmen.
Insgesamt ermahnten die Einsatzkräfte 70 Mal Menschen dazu, ihre Maske aufzusetzen oder Abstände einzuhalten. In 1521 Fällen überprüften Teams des Ordnungsdienstes vor Ort die Einhaltung von Quarantäneanordnungen des Gesundheitsamts.

Anna Zacharias

Pfizer kann zugesagte Lieferung nicht einhalten

16:45
15.01.2021
Der Pharmakonzern Pfizer kann nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in den kommenden drei bis vier Wochen die bereits zugesagte Menge an Corona-Impfstoff nicht liefern. Das sei der EU-Kommission und über diese den EU-Mitgliedsstaaten kurzfristig mitgeteilt worden, teilte das Ministerium am Freitag mit. Ein Sprecher fügte hinzu, dass die für Deutschland am Montag vorgesehene wöchentliche Lieferung wie geplant erfolge.

Grund für die Lieferprobleme sind demnach Umbauten im Pfizer-Werk im belgischen Puurs. Diese dienten nach Angaben des Unternehmens dazu, die Kapazitäten ab Mitte Februar zu erhöhen. Aus Puurs würden alle Länder der Welt außer den USA beliefert. „Die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern nehmen diese sehr kurzfristige wie unerwartete Mitteilung der Kommission und von Pfizer mit Bedauern zur Kenntnis“, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums.

Unklar ist noch, wie groß die Mengen an Impfstoff sind, die nun vorerst nicht zur Verfügung stehen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und seine Länderkollegen berieten nach Angaben des Sprechers am Nachmittag kurzfristig in einer Schaltkonferenz über die Lage.

Anna Zacharias