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20201225161050

USA: Einreise aus Großbritannien künftig nur mit negativem Coronatest

15:28
25.12.2020
Zur Einreise in die USA sollen Flugpassagiere aus Großbritannien künftig einen negativen Coronatest vorlegen. Der PCR- oder Antigentest dürfe höchstens drei Tage vor der Abreise in die Vereinigten Staaten vorgenommen worden sein, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am späten Donnerstagabend (Ortszeit) mit.

In Großbritannien war zuletzt eine neue Variante des Coronavirus aufgetaucht, die möglicherweise deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form ist. Laut CDC sind die Tests eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme, um die Gesundheit der Amerikaner zu schützen und verantwortungsbewusstes internationales Reisen sicherzustellen. Der Behörde zufolge muss Präsident Donald Trump die Anordnung noch unterschrieben. Sie tritt demnach voraussichtlich ab Montag in Kraft.

Die neue Maßnahme sieht vor, dass Passagiere aus Großbritannien Airlines noch vor der Abreise schriftlich oder auf elektronischem Wege über ihre Testergebnisse informieren. Die Fluggesellschaften müssen die Resultate demnach bestätigen. Ohne Test dürften Reisende nicht an Bord.

Michael Rabba

Spielhallen-Schließung: Chance für Süchtige?

13:45
25.12.2020
Suchtberatungen sehen die coronabedingten wochenlangen Zwangsschließungen von Spielhallen in Deutschland mit Erleichterung. „Zum Teil hören wir: Hätten die Hallen doch bloß schon viel früher geschlossen. Ich fühle mich gerade so wohl“, sagt Ilona Füchtenschnieder, Vorsitzende des bundesweiten Fachverbands Glücksspielsucht. Das sei aber nicht bei allen Betroffenen der Fall. „Andere machen sich auf die Jagd und gucken, wo sie stattdessen spielen können - etwa im Online-Casino.“

Rund 70 Prozent der Glücksspielsüchtigen, die sich bei Suchtberatungsstellen melden, spielen Füchtenschnieder zufolge an Automaten. Niedrigschwellige Hilfsangebote wie Hotlines oder Online-Beratungen würden seit einiger Zeit verstärkt von Online-Casinospielern und Sportwettern aufgesucht.

„Das Drama ist, dass bei Online-Glücksspielen alles fix geht. Man wird sein Geld viel schneller los als am Automaten“, sagte Füchtenschnieder, die gleichzeitig Leiterin der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht Nordrhein-Westfalen ist. Eine unbedachte Minute reiche, um Tausende Euro zu verlieren - für viele Betroffene seien das alle Ersparnisse, die sie besäßen.

Am Anfang der strengen Kontaktbeschränkungen im Frühjahr hätten sich weniger Spielsüchtige bei der Hotline und Online-Beratungsstelle der Koordinierungsstelle gemeldet. „Viele, die uns anrufen, kontaktieren uns lange, bevor die Familie etwas weiß. Die rufen ungern vom Familientelefon aus an.“ Inzwischen habe sich die Zahl der Anfragen aber wieder normalisiert und sei leicht gestiegen.

Wie sich die Pandemie auf die Zahl der Glücksspielsüchtigen insgesamt auswirke, könne man noch nicht abschätzen, sagte Füchtenschnieder. Menschen bräuchten eine Weile, um sich einzugestehen, dass sie ein Problem haben und suchten sich zum Teil erst nach fünf, sechs Jahren Hilfe. „Man geht aber davon aus, dass es in Deutschland derzeit rund eine halbe Million Menschen gibt, die problematisch oder bereits süchtig spielen.“ Bei den „problematischen“ Spielsüchtigen sei das Verhalten zwar gefährlich, aber es gebe möglicherweise noch einen Weg zurück. Glücksspielsüchtige müssten dagegen lernen, dauerhaft auf Glücksspiel zu verzichten.

Michael Rabba