Letztes Update:
20201221171649

In der Corona-Pandemie: Schulen nicht zum Zentral-Abitur verpflichtet

09:00
21.12.2020
In der Corona-Pandemie dürfen die Schulen Niedersachsens im kommenden Jahr statt des Zentral-Abis auf eigene Aufgabenstellungen in der Abiturprüfung setzen. Das gelte für Schulen, die besonderes von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betroffen seien, sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag). Damit weiche das Land ausnahmsweise vom Grundsatz ab, landesweit zentral gestellte Aufgaben zu verwenden. Der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife sowie eine bundesweite Anerkennung des Abschlusses in Absprache mit den anderen Bundesländern seien sichergestellt.

„Wir haben Vorkehrungen getroffen, dass trotz der Corona-Pandemie alle Abschlüsse auf hohem Qualitätsniveau gemacht werden können“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne der Zeitung. Das gelte für das Abitur sowie für die Haupt-, Real-, und Förderschulabschlüsse. Es werde keinen „Corona-Makel“ geben, alle Abschlüsse seien gleichwertig mit denjenigen der Vorjahre, sagte der SPD-Politiker. „Unsere Regelungen kürzen nicht bei der Qualität, sondern reagieren zielgenau auf Stoff, der vielleicht weniger abgearbeitet werden konnte.“ Daher müssten sich alle Abiturienten „genauso anstrengen und auf den Hosenboden setzen“ wie immer.

Jan-Felix Jasch

Drosten: Neue Corona-Variante vermutlich auch in Deutschland

08:19
21.12.2020
Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die in Großbritannien zirkulierende neue Variante des Coronavirus Deutschland bereits erreicht hat. „Ich denke, dass das schon in Deutschland ist“, sagte Drosten am Montagmorgen im Deutschlandfunk. „Dieses Virus ist ja jetzt gar nicht so neu. Davon darf man sich jetzt wirklich nicht irgendwie aus der Ruhe bringen lassen.“ Das Virus komme seit Ende September in England vor und sei im Oktober noch überhaupt nicht im Fokus gewesen. „Wir wissen jetzt: Es ist schon in Italien, in Holland, in Belgien, in Dänemark - sogar in Australien. Warum sollte es nicht in Deutschland sein?“

Zur neuen Virusvariante sagte Drosten: „Ich bin darüber nicht so sehr besorgt im Moment. Ich bin allerdings auch - genau wie jeder andere - in einer etwas unklaren Informationslage.“ Die öffentlich bekannten Dokumente seien noch lückenhaft, das würden britische Wissenschaftler genauso sehen. „Die sagen auch, sie müssen zumindest mal noch bis diese Woche warten, bis ein paar vorläufige Datenanalysen abgeschlossen sind, um überhaupt zu sagen, dass der Verdacht, den sie da äußern stimmt.“ Mit Blick auf erhöhte Infektionszahlen sei die Frage, ob überhaupt die neue Virus-Variante daran Schuld habe, „oder ist das so, dass einfach lokal (...) Übertragungsmechanismen zum Tragen gekommen sind, die auch jedes andere Virus hochgespült hätte.“

Jan-Felix Jasch