Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Kultusminister der Länder für bevorstehende Schulschließungen und eine mögliche weitere Ferienverlängerung verantwortlich gemacht. Sie sei „enttäuscht und verärgert“, dass die Minister nicht den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina gefolgt seien und rechtzeitig auf Wechselunterricht umgestellt hätten, sagte Gewerkschaftschefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Nun müssen Schulen geschlossen und offenbar auch die Weihnachtsferien verlängert werden. Mit anderen Worten: Jetzt zahlen die Lehrkräfte sowie die Schülerinnen und Schüler die Rechnung“, sagte die GEW-Vorsitzende.
Das Robert Koch-Institut hatte ab 50 Ansteckungsfällen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche empfohlen, auf geteilte Klassen und Wechselunterricht umzustellen. Bildungsgewerkschaften hatten seit dem Herbst immer wieder Druck gemacht, dies umzusetzen. Die Länder hatten die Wichtigkeit des Präsenzunterrichts betont und mit dem Bund besprochen, dass es erst ab einer Inzidenz von 200 Fällen weitergehende Maßnahmen wie Wechselunterricht geben soll. Die Kultusminister hielten am Donnerstag bei einer Videokonferenz an ihrer Linie fest, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten, hieß es in Teilnehmerkreisen.
Regional ist es seit Schuljahresbeginn immer wieder zu vorübergehenden Schulschließungen gekommen. Angesichts der anhaltend hohen Corona-Zahlen wird nun aber über weitergehende Maßnahmen diskutiert, wie eine weitere Ausdehnung der Weihnachtsferien und eine vorübergehende Aussetzung der Schulpflicht. Sachsen will zudem wegen besonders hoher Corona-Zahlen als erstes Bundesland ab der kommenden Woche wieder flächendeckend die Einrichtungen einschließlich Kitas zumachen.
Maria Sandig