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EZB: Zweite Corona-Welle dämpft Konjunkturaussichten 2021

19:59
10.12.2020
Die zweite Welle der Corona-Pandemie dämpft nach Einschätzung der Europäische Zentralbank (EZB) die Aussichten für das Wirtschaftswachstum im Euroraum im kommenden Jahr. Die Notenbank geht in ihrem Basisszenario aktuell von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 3,9 Prozent im Jahr 2021 aus. Im September hatten die Währungshüter noch ein Wachstum von 5,0 Prozent vorhergesagt. Im Jahr 2022 wird die Wirtschaft nach der neuesten Vorhersage der Währungshüter vom Donnerstag um 4,2 Prozent zulegen (September-Prognose: 3,2 Prozent). Erstmals gab die EZB auch eine Prognose für 2023 ab. Erwartet wird ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,1 Prozent.

Für dieses Jahr wird mit einem massivem Konjunktureinbruch von 7,3 Prozent gerechnet. Im September waren die Währungshüter allerdings noch von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 8,0 Prozent ausgegangen.

Die Teuerung dürfte nach Einschätzung der Zentralbank im kommenden Jahr unverändert bei 1,0 Prozent liegen. Für das Jahr 2022 rechnen die Währungshüter mit einer jährlichen Preissteigerung von 1,1 Prozent (1,3 Prozent) und für das folgende Jahr mit 1,4 Prozent. Im laufenden Jahr erwarten die Währungshüter nur eine Mini-Inflation von 0,2 Prozent (0,3 Prozent).

Mittelfristig strebt die Notenbank eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten dann Investitionen aufschieben - in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird.

Maria Sandig

Nur noch der Impfstoff fehlt: Standorte für Impfzentren in Niedersachsen stehen fest

19:38
10.12.2020
Die Vorbereitungen für die geplanten Impfungen gegen das Coronavirus in Niedersachsen kommen voran. Wie das Innenministerium in Hannover am Donnerstag mitteilte, stehen 49 der 50 Standorte für die Impfzentren im Land nun fest. Darunter sind das Messegelände in Hannover, Veranstaltungshallen wie die Emslandhallen in Lingen, aber auch Sporthallen und ehemalige Geschäfte. Lediglich im Landkreis Lüneburg ist die Standortsuche noch nicht abgeschlossen.

Sobald ein Impfstoff gegen Covid-19 zur Verfügung stehe, könnten die Impfungen beginnen, hieß es. Weil mit der Zulassung erst zum Jahreswechsel zu rechnen sei, gebe es noch genügend Zeit für den Aufbau der Impfzentren. „Nun kommt es nur noch darauf an, dass ausreichend Impfstoffe so schnell wie möglich in Niedersachsen ankommen“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Maria Sandig

Sri Lanka: Muslime lassen Corona-Tote aus Protest in Leichenhallen

19:38
10.12.2020
Auf Sri Lanka dürfen Familien von bestätigten Covid-Opfern und Verdachtsfällen ihre Toten nur verbrennen, aber nicht begraben. Dies stört die muslimische Minderheit, die ihre Toten normalerweise begräbt und rund zehn Prozent der Bevölkerung des mehrheitlich buddhistischen Inselstaates ausmacht. Aus Protest haben in den vergangenen Tagen 20 muslimische Familien nicht die Gebühr von 48 000 Rupien (rund 213 Euro) für einen Sarg für ihre verstorbenen Angehörigen bezahlt, den die Regierung für die Einäscherung vorschreibt, hieß es aus dem Gesundheitsministerium des Landes am Donnerstag. Der muslimische Parlamentsabgeordnete Gajendra Kumar Ponnambalam sagte dazu: „Im Islam wird Feuer mit der Hölle assoziiert und das Verbrennen der Toten wird als Bestrafung angesehen.“

Die Regierung Sri Lankas argumentiert, dass das Begraben von Corona-Toten das Grundwasser verschmutzen und sich die Krankheit so verbreiten könnte. Dafür gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine wissenschaftliche Grundlage. Nun will die Regierung die 20 Leichen auf eigene Kosten einäschern.

Insgesamt wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums Sri Lankas alle anderen bislang 144 bekannten Toten mit positivem Corona-Test kremiert, darunter 80 Muslime. Vertreter der muslimischen und christlichen Minderheiten versuchten, gerichtlich gegen die Verbrennungsvorschrift vorzugehen. Doch das oberste Gericht des Landes wies zwölf solche Eingaben zurück. In den vergangenen Wochen haben immer wieder Dutzende Menschen auf den Straßen protestiert.

Buddhistische Mönche, die in dem Land viel Einfluss genießen, fordern die Regierung auf, dem Wunsch der Muslime auf keinen Fall nachzukommen. Besonders seit den islamistischen Anschlägen auf Kirchen und Luxushotels an Ostern des vergangenen Jahres mit mehr als 250 Toten gibt es in dem Land viel Stimmung gegen Muslime.

Maria Sandig