Die zweite Welle der Corona-Pandemie dämpft nach Einschätzung der Europäische Zentralbank (EZB) die Aussichten für das Wirtschaftswachstum im Euroraum im kommenden Jahr. Die Notenbank geht in ihrem Basisszenario aktuell von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 3,9 Prozent im Jahr 2021 aus. Im September hatten die Währungshüter noch ein Wachstum von 5,0 Prozent vorhergesagt. Im Jahr 2022 wird die Wirtschaft nach der neuesten Vorhersage der Währungshüter vom Donnerstag um 4,2 Prozent zulegen (September-Prognose: 3,2 Prozent). Erstmals gab die EZB auch eine Prognose für 2023 ab. Erwartet wird ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,1 Prozent.
Für dieses Jahr wird mit einem massivem Konjunktureinbruch von 7,3 Prozent gerechnet. Im September waren die Währungshüter allerdings noch von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 8,0 Prozent ausgegangen.
Die Teuerung dürfte nach Einschätzung der Zentralbank im kommenden Jahr unverändert bei 1,0 Prozent liegen. Für das Jahr 2022 rechnen die Währungshüter mit einer jährlichen Preissteigerung von 1,1 Prozent (1,3 Prozent) und für das folgende Jahr mit 1,4 Prozent. Im laufenden Jahr erwarten die Währungshüter nur eine Mini-Inflation von 0,2 Prozent (0,3 Prozent).
Mittelfristig strebt die Notenbank eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten dann Investitionen aufschieben - in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird.