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Lauterbach vor Corona-Gipfel: Zuschauer in Stadien - „realitätsfremd“

09:01
23.11.2020
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet nach dem nächsten Corona-Gipfel auch weitere Einschränkungen für den Sport. Sollten sich die Fallzahlen nicht gut entwickeln, „dann könnte ich mir gut vorstellen, dass wir den Freizeitsport und auch den Profisport, zumindest den Hallensport, komplett verbieten“, sagte der 57 Jahre alte Bundestagsabgeordnete im Interview der Deutschen Presse-Agentur vor den Beratungen von Bundesregierung und Ministerpräsidenten am Mittwoch. „Der Hallensport ist bei den momentan hohen Fallzahlen nicht sicher zu begleiten und auch mit Corona-Tests der Sportler nicht sicher zu machen“, meinte Lauterbach. „Selbst beim Profi-Fußball bin ich nicht sicher, wie lange wir das noch durchhalten“, meinte Lauterbach.

„Wenn es immer mehr Fälle gibt in den Clubs selbst, dann wird es schwierig. Dann sind die Geisterspiele nicht mehr so sicher wie sie waren. Auch die Vorbildfunktion ist dann nicht mehr gegeben“, sagte Lauterbach. Allerdings hätten sich die Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga „als sicherer erwiesen, als ich gedacht habe. Ich hatte gedacht, dass es um die Geisterspiele herum große Fan-Ansammlungen gibt und sich die Fans gegenseitig infizieren. Ich hatte auch mit einer höheren Zahl an infizierten Spielern gerechnet. In beiderlei Hinsicht lag ich falsch“, sagte der SPD-Politiker. Forderungen aus den Bundesligen nach Zuschauern in den Stadion seien allerdings „zum jetzigen Zeitpunkt völlig realitätsfremd“ - trotz der Hygienekonzepte. „Wie soll ein Hygienekonzept funktionieren, wenn jeder unnötige Kontakt vermieden werden soll?“

Jan-Felix Jasch

Althusmann: Corona-Teil-Lockdown bis 20. Dezember „denkbar“

08:16
23.11.2020
Niedersachsens Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann hält eine Verlängerung des coronabedingten Teil-Lockdowns bis kurz vor Weihnachten für möglich. „Denkbar scheint mir, die momentanen Einschränkungen bis zum 20. Dezember aufrechtzuerhalten, um dann zumindest ein vergleichsweise normales Weihnachtsfest mit den Familienangehörigen feiern zu können“, sagte der CDU-Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Eine Verlängerung der Maßnahmen sei konsequent, solange der Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen nicht unter 50 pro 100 000 Einwohner liege.

Gleichzeitig forderte der Wirtschaftsminister, „realitätsfremde Empfehlungen“ wie die Vorgabe, dass ein Kind nur ein weiteres Kind treffen dürfe, nicht weiter zu verfolgen. Bund und Länder wollen am Mittwoch beschließen, welche Regeln in den kommenden Wochen gelten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hatte am Wochenende mit Blick auf die Beratungen in dieser Woche bereits auf verlässliche Vorgaben gedrungen. „Die Menschen müssen wissen, was im Dezember, in der Advents- und Weihnachtszeit und über den Jahreswechsel möglich ist“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Jan-Felix Jasch