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Regierungsbeauftragter: Tourismus ja - mit Wandel bei Reiseverhalten

18:29
22.11.2020
Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, erwartet nach der Corona-Pandemie einen grundlegenden Wandel beim Reiseverhalten. „Der Fokus wird insgesamt noch mehr auf Sicherheit liegen. Menschen werden eben dorthin reisen, wo es sicher ist“, sagte der CDU-Politiker der „Heilbronner Stimme“.

Mit Blick auf Deutschland sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium: „Hier haben wir aufgrund unserer sehr guten Tourismus-Infrastruktur einen Vorteil, der mich ausgesprochen zuversichtlich stimmt, dass das Reiseland Deutschland wieder zu den Gewinnern gehören wird.“

So sei Deutschland im Kulturbereich, bei Städtereisen, bei Tagungen oder Messen „seit Jahren ganz vorne in der Welt, diesen Status wird auch die Pandemie nicht kaputt machen“. Seine Erwartung an die Nach-Pandemiezeit sei, „dass wir schnell einen Boom erleben werden“.

Auch Winterurlaube könne es wohl geben, meinte Bareiß. „Ich bin sicher, dass Skifahren möglich sein wird. Nur unter anderen Bedingungen, mit mehr Abstand beispielsweise. In Gondeln werden sicher weniger Menschen als üblich zusteigen dürfen. Das wird mit einem großen Aufwand für die Unternehmen vor Ort verbunden sein.“ Klar sei auch: „Auf die Après-Ski-Party wird man verzichten müssen.“

Deutschland müsse sich beim Tourismus weiterentwickeln. Bareiß: „Auf Bundesebene erarbeiten wir derzeit eine Tourismusstrategie. Ein paar Fragestellungen sind: Wo können wir uns verbessern? Wo müssen wir Rahmenbedingungen ändern? Wie müssen wir auf internationale Mitbewerber reagieren?“ Nötig sei eine solche Strategie, „damit Deutschland auch als Zielland Reiseweltmeister bleibt“.

Anna Zacharias

Vielen Städten gehen Einnahmen durch fehlende Weihnachtsmärkte verloren

17:28
22.11.2020
Die meisten Weihnachtsmärkte in Niedersachsen sind in der Corona-Pandemie abgesagt - vielen Städten geht damit Geld verloren. Die Stadt Oldenburg habe 75.000 Euro etwa an Standgebühren eingeplant, sagte ein Sprecher der Stadt der Deutschen. Im vergangenen Jahr habe man so rund 69.000 Euro eingenommen, normalerweise habe die Summe in den vergangenen Jahren zwischen 70.000 und 75.000 Euro gelegen. Die Stadt Hannover büßt einem Sprecher zufolge sogar rund 440.000 Euro ein. Einen Weihnachtsmarkt in der üblichen Weise werde es nicht geben.

Zunächst sei beabsichtigt gewesen, die Gebühren für die Standbetreiber des Weihnachtsmarktes um die Hälfte zu reduzieren - in der Erwartung, der Weihnachtsmarkt könne stattfinden, erklärte der Sprecher. Soweit schon Anzahlungen geleistet seien, würden diese zurückerstattet. Ob es im Advent noch „weihnachtliche Aktivitäten“ in Hannover geben könne, hänge von der Entwicklung der Pandemielage ab.

Auch Oldenburg hat einen Plan B - abhängig vom Infektionsgeschehen seien möglicherweise einzelne Stände in der Innenstadt denkbar. Schausteller, die in der Stadt wohnen, bauten ihre Stände auf dem eigenen Grundstück auf. Das werde als Außer-Haus-Verkauf gewertet, erklärte der Sprecher.

Die Stadt Lüneburg setzt zunächst weiter auf einen Weihnachtsmarkt in abgespeckter Form - hat aber schon im Sommer beschlossen, bis zum Jahresende auf Marktgebühren zu verzichten. Das betreffe aber alle Märkte, nicht nur den Weihnachtsmarkt, sagte eine Sprecherin. Seit dem Sommer liege der Rückgang insgesamt bei rund 50.000 Euro. Möglicherweise werde es ab Dezember einzelne Stände geben, abgesagt sei der Weihnachtsmarkt nicht.

Anna Zacharias