Die Belastung in den niedersächsischen Hausarztpraxen ist in den vergangenen Monaten gestiegen. Das Arbeitsaufkommen sei riesig, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Niedersachsen, Matthias Berndt. „Die Corona-Pandemie fordert uns alles ab.“
Als großes Problem bezeichnete der Mediziner die vielen kurzfristigen Rechtsverordnungen, Regeln und Leitlinien, die sich mitunter sogar widersprächen. „Das kann man im Praxisalltag nicht mehr alles lesen. Regeln, die nicht umsetzbar sind, nützen nichts“, sagte Berndt. Als Beispiel nannte er wechselnde Vorgaben zu den Corona-Tests etwa zur Frage, wer wann wie getestet werden soll und zur Kostenabrechnung. Mitunter gebe es unterschiedliche Vorstellungen von Bund, den Ländern, den Kommunen und den verschiedenen Fachgesellschaften.
Die Politik forderte er auf, Regeln möglichst einfach und mit größerem Vorlauf zu erlassen und bei den Entscheidungen auch diejenigen einzubinden, die die Regeln später umsetzen müssten. Berndt zufolge könnte es in der Pandemie helfen, grundsätzlich mehr zentrale Rahmenkonzepte zu haben. „Das erspart viel Arbeit“, sagte der Mediziner. „Es müssen nicht 30 000 Pflegeheime eigene Konzepte entwickeln.“