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20201028100331

DIW: Zweite Corona-Infektionswelle droht Aufschwung abzuwürgen

09:34
28.10.2020
Die sich abzeichnenden erneuten Einschränkungen wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen drohen nach Einschätzung eines Konjunkturexperten den wirtschaftlichen Aufschwung abzuwürgen. „Der Aufschwung wird sehr wahrscheinlich deutlich ausgebremst werden“, sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claus Michelsen, am Mittwoch in Berlin. „Es drohen wieder schärfere Einschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens – das Pandemiegeschehen nimmt Verbraucherinnen, Verbrauchern und Unternehmen die Zuversicht.“ Viele Unternehmen hätten noch mit den Folgen des Lockdowns vom Frühjahr kämpfen und kaum noch finanzielle Reserven.

Nach Einschätzung des DIW ist die deutsche Wirtschaft im abgelaufenen dritten Quartal noch kräftig um etwa sechs Prozent gewachsen. Das Statistische Bundesamt gibt erste Daten dazu am Freitag bekannt. Die weiteren Aussichten verdüstern sich dem DIW zufolge aber erheblich. Nach aktuellen Stand werde die Wirtschaftsleistung in Europas größter Volkswirtschaft zum Jahresende noch leicht steigen, der kräftige Aufholprozess aus dem Sommer dürfte sich aber nicht fortsetzen. Das Risiko, dass die Produktion – abhängig vom konkreten Infektionsverlauf – wieder deutlich zurückgefahren werde, sei in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

Jan-Felix Jasch

Erneut mehr als 15.000 Corona-Neuinfektionen in Tschechien

09:23
28.10.2020
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat in Tschechien nach vier Tagen wieder einen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 15.663 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwoch bekannt gab. Seit Beginn der Pandemie wurden damit insgesamt 284.033 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 und 2547 Todesfälle registriert. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Tschechien neben Belgien zu den von der Pandemie am schwersten betroffenen Ländern.

Die Regierung unter dem Ministerpräsidenten und Multimilliardär Andrej Babis hat strikte Anti-Corona-Maßnahmen getroffen, um die Infektionskurve abzuflachen. Erstmals gilt eine nächtliche Ausgangssperre in der Zeit von 21.00 bis 4.59 Uhr. In Prag wird der öffentliche Nahverkehr entsprechend eingeschränkt. Die Menschen sind angehalten, auch tagsüber weitgehend zu Hause zu bleiben. Firmen und Behörden sollen nach dem Wunsch der Regierung ihren Mitarbeitern, wenn möglich, Arbeit im Homeoffice anbieten.

Maria Sandig