Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki hat die von der Bundesregierung angestrebten Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie kritisiert. „Konzentrieren wir uns auf die Gruppen, die wirklich geschützt werden müssen“, sagte der FDP-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk. Man solle so viel „normales Leben“ unter Beachtung von Hygiene-Schutzmaßnahmen zulassen wie möglich. „Ich warne dringend vor Alarmismus, der auch zu falschen Entscheidungen führen kann“, sagte er.
Statt des vom Bund angestrebten „nahezu kompletten Lockdowns“ solle bei Infektionsherden angesetzt werden: Kubicki fragte, warum Mitarbeiter weiter ungetestet in Alten- und Pflegeheime dürften und dort keine FFP2-Masken verteilt würden. Außerdem sollten mehr Schulbusse sowie Busse und Bahnen im ÖPNV eingesetzt werden. Menschen in Restaurants und Hotels, die jetzt mit Hygienekonzepten ihre Existenz gesichert hätten, wieder mit einem „Komplett-Lockdown“ zu belegen, sei unverhältnismäßig und habe sicher auch vor den Gerichten nicht Bestand.