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20201028071523

Vor Corona-Beratungen: Kubicki warnt vor „Alarmismus“

07:15
28.10.2020
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki hat die von der Bundesregierung angestrebten Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie kritisiert. „Konzentrieren wir uns auf die Gruppen, die wirklich geschützt werden müssen“, sagte der FDP-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk. Man solle so viel „normales Leben“ unter Beachtung von Hygiene-Schutzmaßnahmen zulassen wie möglich. „Ich warne dringend vor Alarmismus, der auch zu falschen Entscheidungen führen kann“, sagte er.

Statt des vom Bund angestrebten „nahezu kompletten Lockdowns“ solle bei Infektionsherden angesetzt werden: Kubicki fragte, warum Mitarbeiter weiter ungetestet in Alten- und Pflegeheime dürften und dort keine FFP2-Masken verteilt würden. Außerdem sollten mehr Schulbusse sowie Busse und Bahnen im ÖPNV eingesetzt werden. Menschen in Restaurants und Hotels, die jetzt mit Hygienekonzepten ihre Existenz gesichert hätten, wieder mit einem „Komplett-Lockdown“ zu belegen, sei unverhältnismäßig und habe sicher auch vor den Gerichten nicht Bestand. 

Maria Sandig

Lauterbach sieht Akzeptanz der Bevölkerung für Corona-Politik

06:51
28.10.2020
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach setzt auf die Rückendeckung der Bevölkerung im Kampf gegen die steigenden Corona-Infektionszahlen. „Wir sind ethisch und politisch in der Verantwortung, die breite Bevölkerung zu schützen. Und die meisten Menschen verstehen das und erwarten das auch von der Politik“, sagte der Sozialdemokrat der Deutschen Presse-Agentur.

Lauterbach warnte außerdem davor, sich von Maskenverweigerern und sogenannten Corona-Verharmlosern „die Politik bestimmen“ zu lassen. Angst vor solchen Gruppen, die der SPD-Politiker als kleine Minderheit betrachtet, sei kein guter Ratgeber.

Im Kampf gegen die steigenden Infektionszahlen wirbt der Gesundheitsexperte für einen zweiwöchigen „Wellenbrecher-Shutdown“. Dabei gehe es um ein Konzept, „bei dem man über zwei Wochen hinweg mit Ankündigung - in der Regel mit einer Woche Vorlauf - bundesweit Einrichtungen schließt: Restaurants, Bars, Kneipen, alle Kulturstätten, Fitnessstudios, Vereine. Offen bleiben aber Schulen, Kitas und essenzielle Geschäfte.“ Private Treffen müssten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. In Betrieben sollte so viel Homeoffice gemacht werden wie möglich.

Jan-Felix Jasch