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20201006203449

Einzelhandel befürchtet nach wie vor große Pleitewelle

19:48
06.10.2020
Der deutsche Einzelhandel befürchtet im Zuge der Corona-Krise und des boomenden Online-Handels nach wie vor eine größere Pleitewelle. Mit den auslaufenden Lockerungen beim Insolvenzrecht zum Jahreswechsel sei von einer schlagartig höheren Insolvenzrate auszugehen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Dienstag dem Nachrichtenportal Merkur.de. Der HDE hatte schon im Sommer gewarnt, dass die Corona-Krise das Aus für rund 50 000 Geschäfte bedeuten könnte.

Ende des Jahres endet die in der Corona-Krise beschlossene Aussetzung der Insolvenzantragspflicht. Die Bundesregierung hat überschuldeten Unternehmen, die jedoch nicht zahlungsunfähig sind, bis Jahresende eine Erleichterung gewährt. Bereits seit Anfang Oktober gilt zumindest wieder die Pflicht, bei Zahlungsunfähigkeit Insolvenz zu beantragen.

Trotz der Corona-Krise rechnet der HDE für das laufende Jahr mit einem Umsatz im Einzelhandel von knapp 552 Milliarden Euro - das wären rund 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Es gebe gut laufende Branchen, aber auch sehr negativ betroffene, hieß es Ende September. Getrieben werde das Wachstum vom Fahrradhandel, auch der Online- und Versandhandel sowie Baumärkte steigerten ihren Umsatz zuletzt deutlich.

Das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) hatte im Sommer betont, dass Innenstädte es mit einem dreifachen Tsunami zu tun hätten: „Dem Strukturwandel im Einzelhandel, der Digitalisierung und der Corona-Pandemie“. Zusammen sei das für den Handel eine Herausforderung, wie er sie vielleicht noch nie erlebt habe.

Michael Rabba

Spanien: Höchste Zahl an Corona-Todesfällen seit April

18:44
06.10.2020
In Spanien sind innerhalb von 24 Stunden so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Corona-Virus erfasst worden wie seit fünfeinhalb Monaten nicht mehr. Innerhalb eines einzigen Tages seien aus den verschiedenen Regionen insgesamt 261 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend in Madrid mit. Das ist der höchste Wert seit dem 25. April. Damals wurden 280 Todesopfer gezählt.

Die höchste Opferzahl der vergangenen Monate war am 22. September mit 112 angegeben worden. Ein Ministeriumssprecher betonte, der starke Anstieg vom Dienstag sei mutmaßlich auf Verzögerungen bei den Meldungen aus den Regionen zurückzuführen. Einschließlich nachgemeldeter Fälle wurden am Dienstag knapp 12 000 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Ansteckungen kletterte damit auf mehr als 825 000. Bei der Gesamtzahl der Todesopfer (32 486) liegt Spanien allerdings hinter Großbritannien und Italien.

Besonders große Sorgen bereitet weiterhin Madrid. Auf die Region um die Hauptstadt entfielen wieder mehr als 40 Prozent aller Neuinfektionen. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner - lag dort bei 293. Zur Eindämmung der Pandemie sind seit Freitagabend die Hauptstadt und neun weitere Gemeinden der „Comunidad Autónoma“ abgeriegelt. Diese Städte dürfen zwei Wochen lang nur mit triftigen Gründen verlassen oder betreten werden - etwa, um zur Arbeit zu fahren.

Michael Rabba