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Coronavirus an Schulen in Niedersachsen - wie ist die aktuelle Lage?

14:42
03.09.2020
Seit rund einer Woche gehen mehr als eine Million Kinder und Jugendliche in Niedersachsen wieder zu Schule. Um das Risiko für eine Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren, gelten viele Regeln. Außerhalb ihrer festen Gruppe - etwa ihrer Klasse oder ihrer Jahrgangsstufe - müssen die Schülerinnen und Schüler Abstand von anderen halten. So muss im Fall einer Infektion nur die Gruppe und nicht die gesamte Schule in Quarantäne. Denn das Virus macht vor den Schultoren nicht Halt.

Frage: Wie ist die Lage an den Schulen?

Antwort: In den vergangenen Tagen wurden mehrere Corona-Fälle an niedersächsischen Schulen bekannt. Betroffen waren Schulen in Braunschweig, der Region Hannover sowie in den Landkreisen Friesland, Rotenburg, Helmstedt und Emsland. Mehrere Schulklassen sowie Lehrkräfte wurden in Quarantäne geschickt. Die Schülerinnen und Schüler müssen nun zuhause lernen, die Lehrer unterrichten vom Home-Office aus. In Wilhelmshaven, Hildesheim und Schwarmstedt im Heidekreis konnten einige Schülerinnen und Schüler nach den Ferien zunächst nicht in ihre Schule, weil es positive Testergebnisse unter Lehrern, Schülern oder Geschwistern von Schülern gab.

Frage: Für wen wurde Quarantäne angeordnet?

Antwort: In den meisten Fällen waren einzelne Klassen betroffen. In Seelze bei Hannover sind bis zum 10. September ein kompletter neunter Schuljahrgang und Lehrkräfte in Quarantäne. Die Jungen und Mädchen werden online unterrichtet. Eine Schule in Bremervörde im Kreis Rotenburg war wegen eines bestätigten Falls im Lehrerkollegium zwei Tage vorsorglich geschlossen. An zwei Schulen im Bundesland Bremen wurden insgesamt 230 Kinder und Jugendliche in Quarantäne geschickt, nachdem ein Mädchen und ein Junge positiv getestet worden waren.

Frage: Wie beurteilt die Schulaufsicht die Entwicklung?

Antwort: Die Landesschulbehörde verweist darauf, dass es in Niedersachsen rund 3000 Schulen gibt. „Wenn es an einzelnen Schulen Einschränkungen gibt, sind es immer noch wenige Fälle. Das sind Fälle, die wir erwartet haben“, sagte Sprecherin Bianca Trogisch. Die Behörde beobachte das Infektionsgeschehen und halte die Vorgaben aus dem Kultusministerium derzeit für ausreichend.

Frage: Was passiert, wenn es einen Corona-Fall an einer Schule gibt?

Antwort: Sobald eine Lehrkraft, eine Schülerin oder ein Schüler positiv auf das Virus getestet worden ist, muss die Schule das Gesundheitsamt und die Landesschulbehörde informieren. Danach werden weitere Personen, etwa die Eltern der betroffenen Klasse informiert. Möglich ist auch, dass das Gesundheitsamt zuerst von der Infektion erfährt und die Schule informiert. In beiden Fällen entscheidet das zuständige Gesundheitsamt, wer in Quarantäne muss. Ausschlaggebend dafür ist, mit wem die infizierte Person näheren Kontakt hatte. „Grundsätzlich gilt die jeweilige Klasse als enger Personenkreis, dieser Kreis muss bei einem Corona-Fall 14 Tage in Quarantäne“, sagte Sonja Wendt von der Region Hannover. „Alle werden zwei Mal getestet.“

Frage: Darf ein Kind mit Erkältungssymptomen in die Schule?

Antwort: Das hängt von den Symptomen ab. Nach den Vorgaben des Kultusministeriums darf ein Kind mit leichtem Schnupfen zum Unterricht kommen. Sobald eine Schülerin oder ein Schüler aber erhöhte Temperatur, Fieber oder starken Husten hat, muss er oder sie zuhause bleiben. Erst nach 48 Stunden ohne Beschwerden darf die Schule wieder besucht werden. Bei Fieber, trockenem Husten und Halsschmerzen sowie einem Verlust des Geruchs- oder Geschmacksinns empfiehlt das Ministerium dringend einen Besuch beim Arzt.

Frage: Wann ist ein Corona-Test nötig?

Antwort: Der Arzt oder die Ärztin entscheidet, ob ein Corona-Test sinnvoll ist. Nach einem Test muss das Ergebnis abgewartet werden. Ist es negativ, kann der Unterricht wieder besucht werden. Bei einem positiven Test, gelten die Anweisungen des Gesundheitsamtes.

Stefanie Heitmann