Aus Sicht des Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Thomas Haldenwang, ist es Rechtsextremisten nicht gelungen, sich an die Spitze der Bewegung der Corona-Demonstrationen zu setzen. "Insbesondere rechtsextremistische Parteien haben in den vergangenen Monaten immer wieder versucht, sich an diese Spitze der Bewegung zu setzen, haben intensiv für die Teilnahme an diesen Demonstrationen geworben", sagte Haldenwang in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem ARD-Politikmagazin Kontraste. Nach der Wahrnehmung des Verfassungsschutzes seien diese Versuche aber "nicht besonders effektiv."
Rechtsextremisten sei es nicht gelungen, die "Hoheit über das Demonstrationsgeschehen zu bekommen", so Haldenwang. Zwar sehe das BfV bei den Demonstrationen "eine große Anzahl von Menschen, die den unterschiedlichsten Verschwörungstheorien anhängen", das sei aber alles im Bereich dessen, "was sich noch auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt", so der Chef des Verfassungsschutzes weiter.
Die geplante Demonstration am kommenden Wochenende in Berlin sei sehr intensiv beworben worden, nicht nur von rechtsextremistischen Parteien, sondern eben auch von der AfD. "Hier wäre es dann möglicherweise zu einem Schulterschluss gekommen, auch von AfD-Anhängern und Rechtsextremisten." Man müsse sehen, "ob dieses Verbot hält", so Haldenwang, "ich nehme an, das wird gerichtlich überprüft."
Jan-Felix Jasch