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Landesarmutskonferenz: Hartz-IV-Bezieher haben es durch Corona schwer

09:23
16.08.2020
Die Landesarmutskonferenz will mit einer Protestaktion auf die schwierige Situation von Hartz-IV-Beziehern während der Corona-Pandemie hinweisen. Wie die Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege am Samstag in Hannover mitteilte, soll am Montag in der Innenstadt der Landeshauptstadt eine Hartz-IV-Tafel-Installation aufgebaut werden.

Der Geschäftsführer der Landesarmutskonferenz, Klaus-Dieter Gleitze, wies darauf hin, dass die Preise für frische Lebensmittel als Folge von Corona zum Teil deutlich gestiegen seien. Da Hartz-IV-Bezieher rechnerisch nur 5,02 Euro pro Tag für Lebensmittel zur Verfügung haben, seien derartige Preiserhöhungen für sie ein massives Problem. „Vor diesem Hintergrund ist die geplante Regelsatz-Erhöhung für 2021 um sieben Euro auf 439 Euro für Alleinlebende eine Zumutung. Das entspricht 23 Cent pro Tag: ein Ei“, sagte Gleitze.

Unter anderem fordert die Landesarmutskonferenz ein einmaliges Corona-Geld in Höhe von 1000 Euro für Arme zur Deckung von Corona-Sonderausgaben, die Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze und Grundsicherung um 100 Euro sowie kostenlose Corona-Masken und -Tests für Arme.

Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2019 in Niedersachsen bei einem Einpersonenhaushalt laut Statistischem Landesamt bei 1049 Euro, was 60 Prozent eines mittleren Einkommens entspricht. Fast jeder Sechste in Niedersachsen sei armutsgefährdet, das entspreche 1,26 Millionen Menschen, warnt die Landesarmutskonferenz.

Stefanie Heitmann

Coronatest-Schlangestehen am Flughafen Hannover - sonst wenig Andrang

08:51
16.08.2020
In der ersten Woche kostenloser Corona-Tests haben sich in Niedersachsen vor allem Reiserückkehrer am Flughafen Hannover-Langenhagen auf eine mögliche Infektion untersuchen lassen. Dort wurden in den zurückliegenden Tagen im Schnitt etwa 700 bis 800 Abstriche entnommen, berichtete der Norddeutsche Rundfunk am Sonntag. Am Samstag mussten auch etliche Passagiere nach der Ankunft von drei Mallorca-Flügen länger vor dem Testzentrum anstehen, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ meldete. Am gesamten vorigen Wochenende hatte es an dem Airport nach Angaben der zuständigen Johanniter-Unfall-Hilfe noch rund 1100 Corona-Untersuchungen gegeben.

In den neun anderen Testzentren im Land war die Nachfrage laut der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) dagegen bisher relativ überschaubar. Demnach gab es etwa 600 Prüfungen auf Ansteckung mit Sars-Cov-2. Ein Fünftel der bisher positiv Getesteten habe sich zuvor im Ausland aufgehalten. Es werde damit gerechnet, dass die Zahlen nach der Rückkehr weiterer Urlauber aus Spanien aber bald steige. Für das Land gilt - abgesehen von den Kanarischen Inseln - inzwischen wieder eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Seit dem vorletzten Freitag ist in Niedersachsen die Online-Anmeldung zu einem Corona-Test möglich, auch ohne Umweg über den Hausarzt. Die Termine werden dann in einem Zeitrahmen von 72 Stunden vergeben. Das Ergebnis kann nach der Analyse ebenfalls über das Internet abgerufen werden, die Getesteten erhalten eine E-Mail mit einem Zugangscode zur jeweiligen Webseite des bearbeitenden Labors.

Stefanie Heitmann