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Berlins Bürgermeister: Strenger werden mit Corona-Leugnern

11:13
16.08.2020
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will Verstöße gegen die Alltagsregeln zum Schutz vor der Corona-Pandemie konsequenter verfolgen und bestrafen. „Die Corona-Leugner gefährden viele. Dafür gibt es keine Entschuldigung, da müssen wir strenger werden“, sagte der SPD-Politiker der „Bild am Sonntag“. So werde seine Regierung dafür sorgen, dass die Gästelisten in der Gastronomie ordentlich geführt werden. „Demonstrationen werden wir schneller unterbinden, wenn das Maskengebot nicht beachtet wird. Dann verhängen wir Ordnungsgelder und lösen die Demo notfalls sofort wieder auf.“

Müller räumte ein, dass man nicht alles mit staatlichen Eingriffen, Polizei und Repression durchsetzen könne. Aber bei den Unverbesserlichen müsse gezielt und hart durchgegriffen werden.

Die Berliner Polizei hat laut Müller von Mitte Juli bis Mitte August insgesamt 350 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung geschrieben. Dazu kommen die Verfahren der Ordnungsämter, wie er sagte. Die wolle Berlin personell verstärken.

Skeptisch äußerte sich Müller zu Großveranstaltungen, von denen nach heutigen Erkenntnissen eine große Gefahr ausgehe. „Es wird vorerst keine Messen, Kongresse, Groß-Konzerte und Sportveranstaltungen mit etlichen Tausend Zuschauern ohne Auflagen geben können. Das geht meiner Ansicht nach erst dann, wenn ein Impfstoff oder ein wirksames Medikament gegen Corona zur Verfügung stehen.“ Das für September geplante Konzert mit 13.000 Zuschauern in Düsseldorf nannte er sehr riskant.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus forderte derweil mehr Druck auf die Veranstalter von Demonstrationen gegen Corona-Auflagen. „Kundgebungen dürfen auch weiterhin nur in gut begründeten Ausnahmefällen eingeschränkt werden“, schrieb Brinkhaus in einem internen Schreiben an die CDU/CSU-Abgeordneten des Bundestages, das dem „Handelsblatt“ vorliegt. Organisatoren von Demonstrationen müssten jedoch noch stärker dazu verpflichtet werden, schlüssige Hygienekonzepte vorzulegen und einzuhalten. Große Ansammlungen von Menschen, die, wie kürzlich in Berlin, absichtlich die Corona-Vorschriften verletzten, stellten eine „Gefahr für die Allgemeinheit“ dar.

Stefanie Heitmann

Bayern gibt neue Zahlen zu Corona-Panne bekannt

09:59
16.08.2020
Das bayerische Gesundheitsministerium will noch am Sonntag neue Zahlen zum Umgang mit der Pannenserie bei Corona-Tests von Reiserückkehrern vorlegen. Experten des Ministeriums und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) versuchen seit Tagen das Gewirr an Zahlen zu ordnen, das Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz präsentiert hatte.

Klar ist, dass mindestens 44.000 getestete Reiserückkehrer ihre Ergebnisse gar nicht oder mit erheblicher Verzögerung erhalten hatten - darunter waren auch mindestens 900 positiv Getestete. Deren Benachrichtigung werde mit Hochdruck abgearbeitet, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag. Eigentlich sollten diese bereits bis spätestens Donnerstagmittag benachrichtigt sein.

Die Bekanntgabe weiterer Zahlen hat sich seit Donnerstag immer wieder verzögert. „Ziel war, keine Unsauberkeit reinzubekommen“, sagte der Sprecher. Die Komplexität der Materie habe immer wieder zu neuen Fragestellungen geführt, das habe immer wieder neue Rücksprachen erfordert und Zeit gekostet.

Stefanie Heitmann