In Venezuela ist ein weiterer führender Politiker nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Kommunikationsminister Jorge Rodríguez, der für gewöhnlich über die Entwicklung der Pandemie in dem südamerikanischen Krisenstaat informiert, gab den Befund am Mittwochabend auf Twitter bekannt. „Auch wenn ich mich allgemein in einem guten Zustand befinde, muss ich in Quarantäne“, schrieb er.
Zuvor waren in Venezuela bereits ein Dutzend hoher Beamter, Politiker und Militärs positiv auf das Virus getestet worden waren, unter ihnen der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, und Ölminister Tareck El Aissami. Auch in anderen lateinamerikanischen Ländern wie Bolivien, Brasilien und Honduras infizierten sich Minister, Staats- und Regierungschefs.
Lateinamerika gehört derzeit zu den Brennpunkten der Corona-Pandemie. Fast sechs Millionen Infektionen und mehr als 226 000 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 wurden dort registriert.
In Venezuela, das in dieser Woche nach offiziell erstmals 1000 Neuinfektionen verzeichnete, verschärft die Pandemie eine tiefe soziale Krise noch. Das Gesundheitssystem liegt am Boden; es fehlt an Lebensmitteln, Trinkwasser, Medikamenten und Treibstoff. Immer wieder fällt der Strom aus. Zahlreiche Ärzte haben ihre Heimat verlassen.