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20200809121002

Tschentscher plädiert für Verlängerung des Kurzarbeitergeldes

11:36
09.08.2020
amburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) unterstützt Forderungen des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) nach einer Verlängerung des Kurzarbeitergeldes bis weit ins nächste Jahr. „Eine Verlängerung kann zum Beispiel den Unternehmen der Luftfahrtbranche, die eine mittlere Durststrecke vor sich haben, die Möglichkeit geben, den Arbeitsplatzabbau gering zu halten“, sagte Tschentscher in einem Interview der „Welt am Sonntag“. Dazu gehörten auch branchenspezifische Hilfen und eine Kombination mit Projekten, die ohnehin geplant seien.

So könnten zum Beispiel Forschungs- und Entwicklungsaufträge für die Wasserstofftechnologie jetzt auch in der Luftfahrtbranche abgearbeitet werden, sagte Tschentscher. Auf diese Weise könne die Branche gezielt gefördert und zugleich ihre Expertise genutzt werden, um die Entwicklung der Wasserstofftechnologie sowie anderer Technologien zu fördern. „Wir wollten die Luftfahrt ja auch schon vor der Corona-Krise klimafreundlicher machen. Das können wir jetzt gleich miterledigen“, sagte Tschentscher.

Jan-Felix Jasch

Ex-Fußballer Berthold bei Demo: Corona-Maßnahmen „völlig überzogen“

10:58
09.08.2020
Der frühere Fußball-Weltmeister Thomas Berthold hat einen Auftritt als Redner bei einer Demonstration in Stuttgart mit seiner kritischen Haltung zu den Corona-Schutzmaßnahmen begründet. Die Maßnahmen seien „völlig überzogen“, sagte der 55-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Es war eine Herzensangelegenheit, diese Plattform zu nutzen und Dinge zu sagen, die mir seit längerem durch den Kopf gehen. Ich wollte dort den Menschen Dinge, die ich wahrnehme und auf dem Herzen habe, mitteilen.“ Er wolle „selbstbestimmt und ohne Angst“ leben.

In seiner Rede bei der Veranstaltung „Querdenken 711“ erklärte Berthold unter anderem, dass sein Vertrauen in die politische Führung bei „unter Null“ angekommen sei. Die Teilnehmer der Kundgebung forderten ein Ende der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen, mit denen die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus reduziert werden soll. Die Veranstalter sprachen von 5000 Teilnehmern, die Polizei zählte mehrere Hundert. Die „Querdenken“-Proteste stehen unter anderem wegen der Teilnahme von Verschwörungstheoretikern und Rechtspopulisten in der Kritik.

In den sozialen Netzwerken erntete Berthold für seinen Auftritt Reaktionen von Häme bis Zuspruch: „Thomas Berthold stand ja früher schon selten richtig im Raum“, schrieb ein Twitternutzer mit Anspielung auf dessen Fußballkarriere. Andere Nutzer attestierten ihm etwa Zivilcourage.

Jan-Felix Jasch