Das Europaparlament will das beim EU-Gipfel vereinbarte Haushalts- und Konjunkturpaket im Umfang von 1,8 Billionen Euro rasch nachbessern. Dies kündigte Parlamentspräsident David Sassoli am Mittwoch an. Kürzungen bei Forschung, Klimaschutz und Migrationspolitik müssten korrigiert werden. Zudem wolle man die Klausel nachschärfen, die EU-Gelder künftig an die Einhaltung von Rechtsstaatlichkeit koppeln soll. Die EU-Kommission räumte ein, dass der Gipfelbeschluss in diesem Punkt Fragen aufwirft.
Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitglieder hatten am Dienstagmorgen ein 750 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise sowie einen Haushaltsrahmen im Umfang von 1074 Milliarden Euro für die nächsten sieben Jahre vereinbart. Die Rechtsstaatsklausel war einer der umstrittensten Punkte. Sie soll dafür sorgen, dass Geld gekürzt werden kann, wenn Staaten Grundwerte wie Freiheit der Justiz oder der Medien beschränken.
Im Visier sind Staaten wie Ungarn und Polen, denen Kritiker solche Verstöße vorwerfen.
Eva Przybyla