Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind in Schleswig-Holstein fast ein Drittel weniger Unternehmen gegründet worden. Im zweiten Quartal 2020 - also von März bis Mai - seien 730 Betriebe gegründet worden, deren Rechtsform oder Mitarbeiterzahl auf größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lasse, teilte das Statistikamt Nord am Mittwoch mit. Das waren 30,9 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2019. Bereits in den ersten drei Monaten dieses Jahres gab es einen Rückgang von 14,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Gegen den negativen Trend stehe die Verdopplung der Neugründungen in den Wirtschaftszweigen „Herstellung von Bekleidung bzw. Textilien“, hieß es. Ursache hierfür könne die Aufnahme einer gewerbsmäßigen Produktion von Mund- und Nasenbedeckungen sein. Diese Neugründungen erfolgten nahezu ausschließlich im Nebenerwerb.
Auf 1000 Schleswig-Holsteiner kamen von März bis Mai statistisch 0,3 Betriebsgründungen. In Nordfriesland war dieser Wert mit 0,6 am höchsten, in Dithmarschen und Plön mit 0,1 am niedrigsten.
Trotz der Corona-Pandemie mit ihren massiven Auswirkungen auf die Wirtschaft gab es im zweiten Quartal 35 Prozent weniger Gewerbeabmeldungen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres - insgesamt waren es 3650 Abmeldungen. Mit ursächlich hierfür dürften die durch die Corona-Pandemie verursachten Einschränkungen als auch die zwischenzeitliche Einstellung des Besucherverkehrs in den Gewerbeämtern gewesen sein, teilte das Statistikamt mit.