Matthias Bachmann vom Dachverband der kritischen Aktionäre und Corporate-Governance-Experte Christian Strenger sprechen sich beide gegen die Entlastung des Aufsichtsrats aus – setzen dabei aber unterschiedliche Schwerpunkte.
• Bachmann: Kritik an Strategie und Nachhaltigkeit: Der Aufsichtsrat sei seiner Verantwortung für die langfristige Entwicklung des Unternehmens nicht ausreichend nachgekommen. Konkret nennt er die Abschwächung der Elektrifizierungsstrategie sowie die hohe Gewinnausschüttung trotz großer Transformations- und Investitionsbedarfe. Auch bei Nachhaltigkeit und Lieferketten sieht er Defizite. Zudem wirft er dem Gremium vor, die Aufarbeitung der Dieselthematik nicht konsequent genug voranzutreiben.
• Strenger: Kritik an Governance und Personalpolitik: Er bemängelt unter anderem die zu lange Unterstützung der Doppelrolle von CEO Oliver Blume sowie den weitgehenden Austausch des Vorstands. Als weiteren Kritikpunkt nennt er die hohe Abfindung für Ex-Finanzchef Lutz Meschke, die seiner Ansicht nach nicht ausreichend begründet worden sei und über die Empfehlungen des Corporate-Governance-Kodex hinausgehe.
Veronika Kanzler