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Mensch und Maschine: Insights zum KI-assistierten Videoschnitt

11:15
25.06.2026
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Ein erhöhtes Bedürfnis an Video-Content trifft auf schrumpfende Ressourcen. Spätestens seit dem Inkrafttreten des neuen Reformstaatsvertrags (Dezember 2025), der die Online-Angebote von ARD, ZDF und Deutschlandradio bezüglich der „Presseähnlichkeit“ drastisch einschränkt, muss Text zwingend durch Bewegtbild ersetzt werden. Willy Lamm (KI-Experte für Technik und Produktion beim SWR) zeigte in seiner #LMT26-Masterclass, wie KI beim Videoschnitt assistieren kann. 
📌 Die Evolution des KI-Schnitts im redaktionellen Alltag beim SWR und der ARD:
  • Der Startpunkt (2024): Das Projektteam testete KI bei Nachrichten im Film (NiF) – kurzen, bebilderten Textmeldungen. Das Versprechen von Zeitersparnis stieß schnell auf die Realität: Die rein technische Integration in Adobe Premiere Pro (via Television.AI) klappte zwar, doch die Qualität der automatischen Schnitte war oft nur ausreichend. Mensch und KI brauchten durch die nötige Nachbearbeitung anfangs sogar länger als ein:e Profi-Cutter:in allein.
  • Der Durchbruch (2025): Mit dem Aufkommen von Reasoning-Modellen (die KI begründet nun ihre Schnitt-Entscheidungen) und verbesserten Prompts stieg die Qualität der KI-assistierten NiFs. Auf einem Hackathon entstand die ARD-weite Lösung „SchnittmAIster!“ auf Basis von Google-Services, die aktuell im BR getestet und weiterentwickelt wird.
  • Der Status quo (2026): Der SWR plant konkrete Pilotvorhaben für Online-NiFs. In enger Abstimmung auf ARD-Ebene läuft die kontinuierliche Exploration, Erprobung und Evaluation neuer Tools, um gemeinsame, netzwerkübergreifende KI-Lösungen zu etablieren.
🛠️ Die zentralen Herausforderungen bei der KI-Einführung 
Auch wenn die Technik heute schon weit ist: Ein Publikumsvoting der Masterclass machte deutlich, welche komplexen Faktoren Medienhäuser bei der Implementierung von KI-Videoschnitt-Lösungen beachten müssen:
  • Infrastruktur & Compliance: Neben dem reinen Kosten-Nutzen-Verhältnis und dem Entwicklungsaufwand wiegen regulatorische Vorgaben, strenge Gesetze, der Datenschutz sowie die IT-Sicherheit extrem schwer. Auch die rechtssichere KI-Kennzeichnung bleibt ein zentrales Thema.
  • Kontextwissen: Eine große Hürde im Lokalen bleibt jedoch das Kontextwissen. KI-Modelle erkennen zwar Weltstars, aber nicht den lokalen Bürgermeister. Hier müssen die Sender gezielt nachtrainieren.
  • Strategie & Zielgruppe: Vorab muss die klare Frage beantwortet werden: Wem hilft das Tool am Ende überhaupt – dem professionellen Cutter oder direkt der Redaktion?
  • Agiles Mindset: Medienhäuser müssen eine dauerhafte Kultur des Explorierens etablieren. Da sich der Markt schnell entwickelt, sollte man sich nicht auf ein einziges Tool fixieren, sondern muss kontinuierlich neue technologische Lösungen erproben.
KI ersetzt im Videoschnitt (noch) keine Menschen, sie ist Assistenz. Um die Existenzängste von Cutter:innen abzubauen und Workflows effizienter zu machen, sollten Redaktionen unbedingt vorab definieren, was KI leisten kann und was nicht. 

Ann-Cathrin Schürholz

Der Markt hat Fragen und die Unsicherheit ist jetzt schon da. Wir brauchen gemeinsame Regelungen, die mit Sinn und Verstand gemacht sind. Ein ständiger sprachlicher Disclaimer bei jedem einzelnen Spot ist absolut nicht zielführend. Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Andreas Lang, Geschäftsführer von Studio Gong, fordert pragmatische Lösungen und klare Standards für den Werbemarkt. 09:34
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Mit der Radiozentrale wollen wir praxisnahe Lösungen entwickeln.  Grit Leithäuser, Geschäftsführerin der Radiozentrale, über das Ziel der Task Force.  09:35
25.06.2026
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