In großer Runde und mit der Chance auf viel Austausch wird zum Abschluss von Konferenztag 1 der Lokalmedientage 2026 in einer Fishbowl diskutiert über “Neue Inhalte und Technologien für den lokalen Journalismus von morgen.” Warum Innovationsforum 2026? BLM-Präsident Dr. Thorsten Schmiege setzt darauf, dass lokale Medien mehr “out of the box” denken können, mehr Möglichkeit zur Kooperation haben.
“Der Veränderungsdruck ist real, wenn auch nicht neu”, meint Christian Altwein, der Unternehmensentwicklung bei München Live TV Fernsehen leitet. Viel Mut zur Innovation beweist Ippen.Media bereits. Doch einen Innovationsmanager hat Chefredakteur Markus Knall im Haus nicht zur Seite, alle seien involviert. “Ich weiß selbst auch nicht, was ich in drei Monaten machen werde”, räumt der Journalist ein.
Doch wo sind Hemmschuhe, wenn Innovatives nicht vorankommt? Ein Grund laut Knall: “Die Vorstellung dessen, was KI vermag, ist noch gar nicht angekommen bei den Menschen. Die Limitation steckt in unseren eigenen Köpfen.” Alexander Woldrich, Programmchef bei Radio Fantasy, macht sich dafür stark, dass nun wirklich die alten Zöpfe abgeschnitten werden: “Raus aus der Komfortzone!” Auch Zeit sei ein bremsender Faktor, wirft Altwein ein. Man müsse in kleinen Teams die Möglichkeit haben, Neues zu testen und dann auch anzuwenden.
Stichwort Innovationsförderung der BLM, die Bestätigung aus der Runde bekommt: Vor zwei Jahren hat rfo mit der Idee überzeugt, aus alten Schwarzweiß-Bildern mit Hilfe von KI kleine Geschichtstrailer zu produzieren - mit Erfolg und bei den #LMT26 mit dem BLM-Medienpreis ausgezeichnet. Laut rfo-Senderchef Norbert Haimerl habe diese Förderung dem Team “Appetit beim Essen gemacht”.
Doch Stimmen werden auch laut aus der Runde, wonach Innovation oft auch an fehlender Komfortzone der angeschlagenen Branche scheitert, einer Branche, die “nur noch in einem Hamsterrad arbeitet”.