Streaming-Apps sind längst zur Primärplattform für Radioprogramme, Podcasts und On-Demand-Audio geworden.. Doch wie schafft man eine User Experience (UX), die Millionen Hörer glücklich macht, wenn die Konkurrenz nur einen Klick entfernt ist? Auf dem Panel diskutierten die Macher von
ARD, ORF und
Regiocast über radikale Strategiewechsel, die Zukunft des Live-Radios und das perfekte Ökosystem.
- ARD Sounds: Eine App für alle
Die ARD geht einen mutigen Schritt in Richtung Übersichtlichkeit und Auffindbarkeit: Die neue Plattform ARD Sounds wird die zentrale Heimat für das gesamte Audio- und Radioangebot. Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, stellen alle ARD-Radiosender schrittweise ihre eigenen, separaten Apps ein. Alles wandert in eine gemeinsame App. Die App ist als Partner-Plattform gedacht. Demnächst zieht beispielsweise auch das ZDF mit all seinen Podcasts dort ein.
- ORF Sound: Kuration statt Algorithmus
Handverlesen: Hinter ORF Sound stecken keine Algorithmen, sondern eine kleine Redaktion, die die App an sieben Tagen die Woche manuell kuratiert. Gemeinsam stark: Aufgrund des ORF-Gesetzes bindet die App nicht nur die eigenen ORF-Wellen, sondern auch Privatradios mit ein. Der Live-Faktor: Am meisten genutzt wird ORF Sound über die Website und die absoluten Reichweitenbringer sind nach wie vor die Live-Radio-Streams sowie Live-Übertragungen von Events, die im regulären Programm keinen Platz finden.
- Regiocast: Das Marken-Ökosystem
Für
Matthias Pfaff von Regiocast greift die reine Fokussierung auf eine Smartphone-App zu kurz. Die Strategie heißt: Omnipräsenz. Gleiche UX auf allen Kanälen: Ob Web, Smart-TV, In-Car-Entertainment oder Sonos-Lautsprecher – der Nutzer muss überall dieselbe, intuitive UX vorfinden. Mit Erfolg: Über 6 Millionen User nutzten dieses Ökosystem in den letzten 12 Monaten. Smartes Marketing: Durch Addressable User Marketing werden Hörer 1:1 und maßgeschneidert angesprochen. Push-Nachrichten werden beispielsweise genau zu den Uhrzeiten versendet, zu denen der jeweilige User die App üblicherweise öffnet.
Die Audio-Zukunft im Lokalen wird einfacher für die Nutzenden, aber technologisch anspruchsvoller. Statt unzähliger kleiner Apps setzen die großen Player auf Bündelung (ARD/ORF) oder auf eine nahtlose Ausspielung auf wirklich jedem Endgerät vom Smart-TV bis zum Auto (Regiocast). Das klassische Live-Radio bleibt dabei das ungeschlagene Fundament, so der Tenor bei den
#LMT26.
Juan Esteban Naupari