Neue Plattformen, verändertes Nutzerverhalten, wirtschaftlicher Druck – und trotzdem informiert sich fast die Hälfte der Bürger in Bayern weiterhin täglich über lokale Medien. Doch wie sieht die Zukunft aus? Beim Panel der CSU-Medienkommission diskutierten Politik, Medienaufsicht und Praxis über die brennendsten Fragen der Branche.
Zentrale Erkenntnisse der Runde sind:
- Innovation: Weg vom Reden, hin zum Machen
Bayern setzt auf Innovation – unter anderem mit der High Tech Agenda des Freistaats. Doch staatliche Förderung ist nur die halbe Miete.
Gemeinsame Verantwortung: Der Staat kann Programme auflegen, aber die Medienunternehmen müssen den Willen zur Weiterentwicklung mitbringen, betont Staatsminister Dr. Florian Herrmann..
Das KI-Reallabor des KI-Kompetenzzentrum Medien (KI.M): Ein Praxisprojekt, von dem alle profitieren. Die dort entwickelten KI-Projekte gehören nicht einem Unternehmen allein, sondern die Ergebnisse werden als Berichte mit der gesamten Branche geteilt.
- Der Kampf um fairen Wettbewerb und Urheberrecht
Ein zentrales Thema der Runde: Wie Tech-Giganten und KI-Unternehmen mit den Inhalten lokaler Medien umgehen.
Geld für Content: Ruth Klaus fordert: KI-Unternehmen dürfen nicht länger kostenlos die Inhalte lokaler Medien nutzen, um ihre Sprachmodelle (LLMs) zu trainieren. Das Urheberrecht muss hier auf nationaler und EU-Ebene konsequent durchgesetzt werden.
Die Schieflage der Wertschöpfung: Für Dr. Bernhard Hock gibt es ein massives Ungleichgewicht zwischen denen, die teuer in Journalismus investieren, und den Plattformen, die mit diesen Inhalten das Geld verdienen.
Die AI-Overview-Falle: Laut Ruth Klaus sehen sich Verlage beim Thema Auffindbarkeit nicht allein in der Bringschuld. Wenn Nutzer durch Googles KI-Suchergebnisse (AI Overviews) gar nicht mehr auf den Websites der Medien landen, brechen Geschäftsmodelle weg. Digitale Souveränität wird zum Politikum.
- Medienkompetenz & Nähe als Erfolgsrezept
Am Ende geht es um die Menschen vor Ort. Lokaler Journalismus muss einordnen, Dialoge schaffen und flexibel bleiben.
Medienkompetenz für alle Generationen: Es geht nicht mehr nur darum, Jugendliche zu schützen. Auch ältere Generationen müssen lernen, Quellen zu hinterfragen und nicht blind jeder KI-Antwort zu vertrauen.
Raus aus der Komfortzone: Dass lokale Politik die Menschen interessiert, zeigt die Mediengruppe Pressedruck: Mit gestreamten Live-Diskussionen selbst in kleinsten Orten gelangen dem Verlag zur letzten Kommunalwahl große Reichweiten.
Juan Esteban Naupari