Letztes Update:
20260625073345

Brauchen wir Podcasts?

16:58
24.06.2026
Diese Frage stellt sich längst nicht mehr. Vielmehr geht es um das Wie. Während Social Media oft auf schnelle Klicks setzt, gehen Podcasts in die Tiefe und schaffen emotionale Bindung. Bei einer #LMT26-Rundediskutierten Podcast-Macher von der Süddeutschen Zeitung, der Augsburger Allgemeinen und dem unabhängigen Format SALZBURG - WAS GEHT?
  • „Für immer Kult? Die Roy Bianco Story“ (Augsburger Allgemeine)
Wie macht man als Regionalzeitung Content für die junge Generation? Die Augsburger Allgemeine hat einen Podcast zur lokalen Erfolgsband “Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys” aufgenommen und damit große Erfolge erzielt. Fast 75 % der Hörer sind zwischen 23 und 49 Jahre alt – und damit deutlich jünger als die klassische Print-Leserschaft.
Ziel der Augsburger Allgemeinen war es zu zeigen, dass Lokaljournalismus auch Spaß machen kann und Themen junger Menschen ernst genommen werden. Das Projekt wurde mit Pub Quizzes in Augsburg verknüpft, um die Community im realen Leben zusammenzubringen. 
  • SALZBURG - WAS GEHT? (Konstruktiver Journalismus aus Österreich)
Dieser Podcast versteht sich als „lokaljournalistische konstruktive Meinungsoffensive“ auf Augenhöhe mit dem Publikum – als Gegenentwurf zu steifen Formaten und harten Paywalls. Dass der Podcast etwas bewegt, zeigte eine Folge über sexuelle Übergriffe in einem Salzburger Hallenbad. Die Betreiber reagierten auf Druck der Folge und der Community mit strengeren Kontrollen und längeren Damensauna-Zeiten.
Das Ziel ist es, den lokalen Diskurs im Raum Salzburg anzukurbeln und die Community aktiv an der Themenauswahl zu beteiligen.
  • Hey München (Süddeutsche Zeitung)
Ein wöchentlicher, 15- bis 20-minütiger Blick auf die Themen, die München bewegen. Lockerer aufbereitet als in der Printzeitung, aber mit demselben hohen journalistischen Standard. Vorteil durch die Anbindung an die SZ: Die Hosts können aus dem gesamten Themenpool der SZ-Redaktion schöpfen. Zielgruppe sind die 20- bis 35-Jährigen. Der Podcast dient hier als strategisches Instrument zur Markenbindung, um die Hörer langfristig zu SZ-Abonnenten zu machen.

Juan Esteban Naupari

In der bayerischen DNA steckt, dass wir über Innovationen Probleme lösen können.“ Dr. Florian Herrmann 13:10
24.06.2026

So gelingen Innovation, Digitalisierung und fairer Wettbewerb

12:44
24.06.2026
Neue Plattformen, verändertes Nutzerverhalten, wirtschaftlicher Druck – und trotzdem informiert sich fast die Hälfte der Bürger in Bayern weiterhin täglich über lokale Medien. Doch wie sieht die Zukunft aus? Beim Panel der CSU-Medienkommission diskutierten Politik, Medienaufsicht und Praxis über die brennendsten Fragen der Branche.
Zentrale Erkenntnisse der Runde sind:
  • Innovation: Weg vom Reden, hin zum Machen
Bayern setzt auf Innovation – unter anderem mit der High Tech Agenda des Freistaats. Doch staatliche Förderung ist nur die halbe Miete.
Gemeinsame Verantwortung: Der Staat kann Programme auflegen, aber die Medienunternehmen müssen den Willen zur Weiterentwicklung mitbringen, betont Staatsminister Dr. Florian Herrmann..
Das KI-Reallabor des KI-Kompetenzzentrum Medien (KI.M): Ein Praxisprojekt, von dem alle profitieren. Die dort entwickelten KI-Projekte gehören nicht einem Unternehmen allein, sondern die Ergebnisse werden als Berichte mit der gesamten Branche geteilt.
  • Der Kampf um fairen Wettbewerb und Urheberrecht
Ein zentrales Thema der Runde: Wie Tech-Giganten und KI-Unternehmen mit den Inhalten lokaler Medien umgehen.
Geld für Content: Ruth Klaus fordert: KI-Unternehmen dürfen nicht länger kostenlos die Inhalte lokaler Medien nutzen, um ihre Sprachmodelle (LLMs) zu trainieren. Das Urheberrecht muss hier auf nationaler und EU-Ebene konsequent durchgesetzt werden.
Die Schieflage der Wertschöpfung: Für Dr. Bernhard Hock gibt es ein massives Ungleichgewicht zwischen denen, die teuer in Journalismus investieren, und den Plattformen, die mit diesen Inhalten das Geld verdienen.
Die AI-Overview-Falle: Laut Ruth Klaus sehen sich Verlage beim Thema Auffindbarkeit nicht allein in der Bringschuld. Wenn Nutzer durch Googles KI-Suchergebnisse (AI Overviews) gar nicht mehr auf den Websites der Medien landen, brechen Geschäftsmodelle weg. Digitale Souveränität wird zum Politikum.
  • Medienkompetenz & Nähe als Erfolgsrezept
Am Ende geht es um die Menschen vor Ort. Lokaler Journalismus muss einordnen, Dialoge schaffen und flexibel bleiben.
Medienkompetenz für alle Generationen: Es geht nicht mehr nur darum, Jugendliche zu schützen. Auch ältere Generationen müssen lernen, Quellen zu hinterfragen und nicht blind jeder KI-Antwort zu vertrauen.
Raus aus der Komfortzone: Dass lokale Politik die Menschen interessiert, zeigt die Mediengruppe Pressedruck: Mit gestreamten Live-Diskussionen selbst in kleinsten Orten gelangen dem Verlag zur letzten Kommunalwahl große Reichweiten.

Juan Esteban Naupari

Wir verwenden sogenannte "Social Plugins" der Seiten Facebook, Twitter, YouTube und Instagram. Hier verwenden wir eine Zwei-Klick Lösung, bei der standardmäßig nur deaktivierte Inhalte eingebettet werden, die keinen Kontakt mit den Servern von Facebook & Co. herstellen. Erst wenn der Nutzer diese Inhalte aktiviert und damit seine Zustimmung zur Kommunikation mit Facebook, Twitter, YouTube, Instagram oder anderen erklärt, werden die Inhalte aktiv und stellen die Verbindung her. Ihre Einstellung speichern wir zudem dauerhaft in einem Cookie, so dass diese Inhalte nach Ihrer Zustimmung beim nächsten mal direkt geladen werden.

Externen Social Inhalte dauerhaft nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen