Letztes Update:
20260610113852
Kapitel

Session 2 – Spot on Fashion: Marken und Handel im medialen Schaufenster

Lizenzmarken müssen erkannt werden. Das macht sie aus.  André Möllersmann, CEO, MK BrandX 13:35
09.06.2026

Storytelling im Jahr 2026: Auf diese Strategien setzen Modemarken heute

13:56
09.06.2026
„Wir verkörpern eines: Wir wollen La Dolce Vita mit Kleidung aus München vereinen”: Fabio Vincenzo di Salvo, Gründer und Inhaber des Münchner Labels ENZO ESCOBA, will in seinem Verständnis und mit seiner Kommunikation diese Kombination erzählen, immer mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Zumal die „Brands immer mehr zur Kasse gebeten werden” von der Werbung, setzt auch sein Label stark auf Social Media. Wie gelingt es dort, die Erzählhoheit über die Marke und die Kernbotschaft zu behalten? Tägliches Posten sei hier das A und O, meint der Designer. Mit dem Erfüllen der italienischen Sehnsucht in Mode und Media gelingt es ENZO ESCOBA, viele Kund:innen in NRW zu haben. Die Leichtigkeit der Klamotten, der Designs, der Marke: Das will Fabio Vincenzo di Salvo auch bei Instagram und Co transportieren. Mit der App der Marke kann die Marke übrigens alle Altersgruppen erreichen, während Social Media vor allem Junge anspricht.

Lea Mittermeier kommt von Strawanza. Sie kümmert sich ums Social Media Marketing beim jungen Modelabel für alpine Streetwear. Bereits bei der Vorstellung bei MEDIA meets FASHION wird deutlich, dass „Medienarbeit” der Modemarken heute schneller ist, anders. Fehlt die Sonne für den Modeshoot im Dachauer Hinterland, dann geht es schon mal spontan für zwei Nächte über die Grenze nach Italien.
Für Mittermeier und Strawanza gilt: Social Media über Insta und TikTok first! Die weit über 100.000 Follower sprechen für sich. Insta und TikTok sind „digitales Schaufenster und wichtigster Kanal” für Strawanza. Für Lea Mittermeier ist dabei die Grenze zwischen Model und Influencer „fluide”, wobei Gesichter aus dem Team ebenfalls eingesetzt werden; das Reel vom Picknick am Isarstrand kann mit der richtigen Auswahl des Models (mehr Mikro-Influencer als Makro-Influencer ...) und der richtigen Geschichte genau den Strawanza-Markenkern treffen. Markenbotschafter eben.

André Möllersmann, CEO der Markenberatung MK BrandX, beschwört die Zusammenarbeit der Marken aus Mode und Medien nach dem Vorbild von „Schöner Wohnen”, mit der Farbhersteller Brillux mit Erfolg eine ganze Produktlinie geschaffen hat. Das Beispiel für Mode: Für das Manager Magazin hat er vor kurzem gemeinsam mit dem Maßschneider Cove eine „Cove x Manager Magazin Line of Excellence“ entwickelt, die sowohl im Heft als auch prominent in den Filialen von Cove inszeniert wird. Wichtig aus Möllermanns Sicht für jegliche Form von Lizenzprodukten: „Die Geschichte, die erzählt wird, muss stimmen.”

Sophia Kotter, Trachtendesignerin und Inhaberin von Variasophia und Mitglied bei Mode made in Bayern e.V., hat ein besonderes Produkt zu bewerben: Ihr Baukasten-Dirndlgewand, bei dem Mieder mit Röcken und Schürzen individuell kombinierbar werden. Ihr Start: Vor zehn Jahren zunächst über Instagram und E-Commerce und erst dann mit einem Ladengeschäft in der Passauer Innenstadt. Inzwischen ist ein Brautgeschäft dazugekommen. Online-Handel spielt immer noch eine große Rolle.
Wie sie ihre Marke erzählt? Kotter versucht immer wieder, die Menschen über Social Media in ihre Arbeit einzubinden, indem das Entstehen der neuen Kollektionen erzählt wird. Erst dann würde Kund:innen ins Geschäft kommen, berichtet die Designerin, die überlegt, sich an Influencer Marketing heranzutasten. Zumal für ihre Marke vor allem auf Qualität setze, ist für Kotter die zentrale Frage, wer diesen Ansatz glaubwürdig erzählen kann.

Wie steht es um die bayerische Herkunft und ein Storytelling auf Bairisch?

Gerade Strawanza hat anfangs sehr stark auf den ein oder anderen Dialekt-Spruch auf der Kollektion gesetzt, Tendenz nachlassend. Aber hier wirkt vor allem das bayerische Lebensgefühl über die Grenzen des Freistaates hinaus. Dass das Oktoberfest gerade für bayerische Mode wichtig ist, merkt auch Variasophia im fernen Passau. Fürs Marketing kann Kotter die Produktion in Bayern, das Setzen auf Handarbeit und nachhaltiges Produzieren gut nutzen. Für Möllersmann ist Regionalität für eine Lizenz-Partnerschaft zwischen Medien- und Modemarken keine Grenze; mit einer gut zugeschnittenen Markenwelt könne eine kluge Gedankenwelt erzeugt werden. Sein Tipp: „Du brauchst eine gute Passform!”

Petra Schwegler

Wir verwenden sogenannte "Social Plugins" der Seiten Facebook, Twitter, YouTube und Instagram. Hier verwenden wir eine Zwei-Klick Lösung, bei der standardmäßig nur deaktivierte Inhalte eingebettet werden, die keinen Kontakt mit den Servern von Facebook & Co. herstellen. Erst wenn der Nutzer diese Inhalte aktiviert und damit seine Zustimmung zur Kommunikation mit Facebook, Twitter, YouTube, Instagram oder anderen erklärt, werden die Inhalte aktiv und stellen die Verbindung her. Ihre Einstellung speichern wir zudem dauerhaft in einem Cookie, so dass diese Inhalte nach Ihrer Zustimmung beim nächsten mal direkt geladen werden.

Externen Social Inhalte dauerhaft nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen