Tim Klüssendorf widerspricht der häufigen Darstellung, die sozialen Sicherungssysteme seien grundsätzlich überlastet. Die Beitragssätze seien heute nicht höher als noch vor zwanzig Jahren, betont er – dennoch werde seit Jahren erzählt, die Rente sei nicht mehr finanzierbar. Für ihn greift diese Debatte zu kurz: Es gehe nicht darum, wie man Leistungen kürzt, sondern wie Menschen im Alter gut leben können. Klüssendorf stellt deshalb die Grundsatzfrage, warum nicht alle in die Rentenversicherung einzahlen – auch Beamt:innen und Politiker:innen. Statt nur andere dazu aufzufordern, den Gürtel enger zu schnallen, müssten Politiker:innen solidarisch vorangehen. -jl
Johann-Christoph Landgraf