Irja Vaateri und Philipp Türmer richten den Blick auf die Frage, wie progressive Politik besser auf die Verunsicherung junger Männer reagieren kann. Vaateri betont, viele Jungen seien daran gewöhnt, mit bestimmten Privilegien aufzuwachsen; zugleich fehlten ihnen heute oft positive Rollenbilder. Für Türmer zeigt die vorgestellte Studie aber auch klar Hoffnung in Bezug auf diese Frage: Zwar bewegten sich junge Männer politisch stärker nach rechts und junge Frauen stärker nach links, doch gerade darin liege auch der Auftrag, überzeugende Antworten zu entwickeln. Für ihn ist dabei nicht verhandelbar, dass sozialdemokratische Politik immer auch eine feministische Agenda bleiben müsse. Beide machen deutlich, dass feministische Politik stärker mit Fragen wie Wohlstand, Wohnen, Bildung und Zukunftschancen verbunden werden müsse – und dass die Krise von Männlichkeit auch eine Chance sein kann, Männlichkeit neu zu denken. -fw
Felix Winnands