Camila Vallejo, ehemalige Ministerin in Chile, bedankt sich beim Publikum und macht Mut: In Chile habe man sich verpflichtet, Regeln vorzuschlagen, obwohl rechte Parteien dies als Einschränkung der Meinungsfreiheit darstellen. Dies sei dringend notwendig, weil digitale Plattformen die Kommunikation enorm beschleunigt hätten. Heute verbreiteten sich Informationen schneller als noch vor zehn Jahren, es gebe weniger Grenzen und dafür mehr Raum für Desinformation.
Desinformation habe es zwar schon immer gegeben, doch heute sei sie um ein Vielfaches gefährlicher als früher und beeinflusse politische Entscheidungen. Algorithmen ordneten den Informationsfluss, mobilisierten Interessen und besäßen enorme politische Macht – sie stünden oft über Staaten und selbst der EU, die Schwierigkeiten habe, sie zu regulieren. Vallejo fordert nicht nur Regulierung, sondern auch digitale Bildung. Bürger:innen müssten befähigt werden, Netzwerke und Biases zu erkennen. Die Erfahrungen aus Chile könnten die internationale Debatte sinnvoll bereichern. -nk
Niclas Kreft