Auf die Frage, was Regierungen jetzt tun können, setzt Martín Guzmán auf progressive Bündnisse auf regionaler und nationaler Ebene – und perspektivisch auf eine „Koalition der Willigen“, die Ressourcen bündelt. Kevin Casas-Zamora betont, dass ein reformiertes internationales System möglich sei, wenn sich wieder mehr Akteur:innen zu einem regelbasierten Welthandel bekennen. Solche Regeln müssten vor allem in der Lage sein, private Akteure wirksam zu begrenzen, die sich derzeit vielerorts politischer Kontrolle entziehen. Katherine Tai hält Regeln ebenfalls für zentral, macht aber deutlich: Die bestehenden Regeln hätten genau jene Realität mit hervorgebracht, in der wir heute stecken – deshalb brauche es neue, bessere Regeln. Isabella Weber sieht besonders die EU in einer Schlüsselrolle, um in dieser Krisenlage Koordination zu organisieren und einen ruinösen Überbietungswettbewerb reicher Staaten etwa um Öl und andere kritische Ressourcen zu verhindern. Wenn das nicht gelinge, drohten weiter steigende Lebenshaltungskosten und neue globale Verwerfungen. -fw
Felix Winnands