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So viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten

09:44
09.03.2026
Im neuen Landtag von Baden-Württemberg liegt der Frauenanteil laut vorläufigem Endergebnis bei 33,8 Prozent. Von 157 Abgeordneten sind demnach 53 Frauen. Damit ist der Anteil nur minimal gestiegen im Vergleich zum Ende der vergangenen Legislaturperiode. Zuletzt hatte der Landtag einen Frauenanteil von knapp 33 Prozent angegeben.

Dabei war ein zentrales Ziel der Wahlrechtsreform in der vergangenen Legislaturperiode gewesen, den Frauenanteil deutlich zu steigern. Bis zur Landtagswahl im Jahr 2021 stellten die Parteien ihre Kandidaten vor allem in den Wahlkreisen auf. Kritiker monierten, an der Basis vor Ort setzten sich oft die „Platzhirsche“ durch – also Männer.

Mit dem neuen Wahlrecht erhielten die Landesparteien mehr Einfluss auf die Kandidatenauswahl über die Aufstellung der Landeslisten. Das sollte es erleichtern, Frauen gezielt auf aussichtsreiche Plätze zu bringen. Über viele Jahre bildete der Landtag von Baden-Württemberg beim Frauenanteil das Schlusslicht unter den Landesparlamenten.

Landeslisten auf den aussichtsreichen Plätzen nur teils ausgewogen
Letztlich war es so, dass sich auf den Landeslisten für die Landtagswahl jeweils auf den zehn ersten Listenplätzen bei Grünen, CDU und SPD zur Hälfte Frauen fanden, bei der FDP waren es 3, bei der AfD war es nur eine einzige Frau.

Digital Desk Team

Experten zu Mandatspatt: CDU wird in Gesprächen hoch pokern

09:31
09.03.2026
Nach dem äußerst knappen Vorsprung der Grünen bei der Landtagswahl erwarten Experten in den anstehenden Koalitionsgesprächen ein hartes Feilschen der CDU um Ämter und Einfluss. „Die CDU hat jetzt natürlich die Möglichkeit, den Preis für eine Koalitionsbildung nach oben zu treiben“, sagte der Freiburger Politikwissenschaftler Michael Wehner. „Sie wird hoch pokern, um wichtige Ministerposten zu bekommen.“

Der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir werde „einen hohen Preis bezahlen müssen“, sagte Wehner. Das werde zumindest Teile seiner eigenen Partei alles andere als befrieden. Es könne aber auch keine der Parteien Interesse daran haben, alles so auszureizen, dass eine Koalitionsfähigkeit infrage stehe.

Politikwissenschaftler: Özdemir wird Druck aus eigener Partei bekommen
Auch Joachim Behnke, Professor für Politikwissenschaft an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen, rechnet mit schwierigen Gesprächen: „Die CDU wird sehr hart gegenüber den Grünen auftreten, weil sie auf Augenhöhe sind“, sagte er. „Da können sie sehr starke Forderungen stellen, und Özdemir wird in seiner Partei noch stärker unter Druck geraten.“ Die CDU wird nach Einschätzung Behnkes zudem wenig kompromissbereit auftreten, weil sie wegen des Wahlkampfs noch verbittert sei.

Mandatsgleichheit für Grüne und CDU
Die Grünen hatten mit ihrem Kandidaten Cem Özdemir mit knappem Vorsprung die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen. Die CDU kommt nach dem vorläufigen Endergebnis nur auf Platz zwei, wie die Landeswahlleiterin in der Nacht mitteilte. Demnach holten die Grünen 30,2 Prozent (2021: 32,6 Prozent), die CDU lag knapp dahinter mit 29,7 (24,1). Die Grünen und auch die CDU erhalten demnach jeweils 56 Sitze im Landtag. Sie stellen also gleich viele Abgeordnete, auch wenn die Grünen nach Zweitstimmen gewonnen haben. 

red/dpa

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