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Macron will Libanon vor Eskalation im Iran-Krieg schützen

19:13
05.03.2026
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will verhindern, dass der Libanon noch weiter in den Iran-Krieg hereingezogen wird. Er habe mit den Verantwortlichen im Libanon auf höchster Ebene Gespräche geführt, um einen Plan zur Beendigung der Angriffe auszuarbeiten, die die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel derzeit auf beiden Seiten der Grenze ausführten, teilte Macron auf der Plattform X mit.

Die libanesischen Behörden hätten zugesagt, die Kontrolle über die Stellungen der Hisbollah zu übernehmen und die Sicherheit auf dem gesamten Staatsgebiet vollständig zu gewährleisten. „Ich werde sie dabei nach Kräften unterstützen“, erklärte Macron. Frankreich werde seine Zusammenarbeit mit den libanesischen Streitkräften verstärken und ihnen gepanzerte Transportfahrzeuge sowie operative und logistische Unterstützung zur Verfügung stellen.

Macron äußerte sich vor einem drohenden Angriff Israels auf Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut. Der Iran-Krieg hatte die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah neu entfacht, als die Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chamenei Raketen auf Israel schoss. Die Regierung im Libanon steht auch unter Druck, eine beschlossene Entwaffnung der Hisbollah durchzusetzen, die als wichtigster nicht-staatlicher Verbündeter Teherans gilt.

Frankreich werde die humanitäre Hilfe für den Libanon verstärken, sagte Macron. Mehrere Tonnen Medikamente seien unterwegs, ebenso wie Unterkünfte und Hilfsgüter. Frankreich ist dem Libanon als frühere Mandatsmacht traditionell eng verbunden.

Lucas Brüggemann

Israels UN-Botschafter: Zu früh für Diplomatie

18:28
05.03.2026
Israel ist derzeit nicht bereit für Verhandlungen über ein Ende des Konflikts mit dem Iran. Für Diplomatie sei es noch zu früh, sagte der israelische UN-Botschafter Danny Danon in New York. „Wir müssen den Job zu Ende bringen. Wir müssen die Terrormaschine zerschlagen.“ Das werde „Tage oder Wochen“ dauern, aber nicht Monate, so der Diplomat. Wenn die Führung im Iran „weitermacht“, sei es nur eine Frage der Zeit, bis man wieder an den gleichen Punkt käme.

Israels erklärtes Ziel im Iran ist es, das iranische Raketen- und Atomprogramm zu zerstören. Israel sieht darin eine existenzielle Bedrohung. Das Land setzt zudem auf einen Umsturz der Führung im Iran durch die iranische Bevölkerung im Zuge der Angriffe.

Lucas Brüggemann

Trump: Muss bei der künftigen Führung des Irans mitbestimmen

18:12
05.03.2026
US-Präsident Donald Trump will laut einem Medienbericht bei der künftigen Führung des Irans mitbestimmen. „Ich muss in die Ernennung involviert sein, wie bei Delcy (Rodriguez) in Venezuela“, zitierte ihn das Nachrichtenportal „Axios“ nach einem Telefongespräch mit ihm. Zugleich machte er klar, dass er Modschtaba Chamenei, Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei, als neues Staatsoberhaupt ablehne: „Chameneis Sohn ist für mich inakzeptabel. Wir wollen jemanden, der Harmonie und Frieden in den Iran bringt“. Modschtaba Chamenei sei ein „Leichtgewicht“.

Zuvor hatte die US-Regierung öffentlich bestritten, einen Machtwechsel im Iran zu verfolgen. Stattdessen sollten die Marine und das Raketenprogramm des Landes zerstört werden, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth.

Der Tod von Chamenei hat ein Machtvakuum im Zentrum des Iran hinterlassen. Offiziell bestimmt der Expertenrat den neuen Revolutionsführer. In der Praxis dürfte sich entscheiden, welches Lager im Machtgefüge die Oberhand gewinnt. Neben Chemeneis Sohn Modschtaba werden auch der schiitische Geistliche Sadegh Laridschani, Ex-Präsident Hassan Ruhani und Hassan Chomeini, Enkel des Revolutionsgründers, als Optionen gehandelt.

Lucas Brüggemann