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Reiche: Keine Gasknappheit trotz Lage im Nahen Osten

18:22
01.03.2026
Trotz der angespannten Lage im Nahen Osten erwartet die Bundesregierung keine Gasknappheit in Deutschland. „Was wir beobachten werden, ist die Preisentwicklung, aber tatsächlich keine Knappheiten“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Zwar sei mit steigenden Energiepreisen zu rechnen, Versorgungsengpässe gebe es jedoch nicht.

Deutschland erhalte aus der Region „keine signifikanten Mengen an LNG“, betonte Reiche. Rund 90 Prozent der Gasversorgung bestünden aus Pipeline-Gas, etwa aus Norwegen, Belgien oder den Niederlanden, lediglich rund zehn Prozent aus Flüssiggas. Dieses stamme „zu überwiegendem Teil aus den USA, aber auch aus anderen Ländern wie Kanada oder Angola“.

Reiche: Deutschland hat Ölquellen diversifiziert

Auch bei Öl sieht die Ministerin Deutschland breit aufgestellt. Die größten Lieferanten seien Kasachstan, Norwegen und die USA, deren Anteil zuletzt gestiegen sei. „Wir haben also unsere Ölquellen diversifiziert“, sagte Reiche. Es könne zwar zu Preissteigerungen kommen, „da jetzt zu spekulieren, wäre allerdings zu früh“. Wie stark sich die Lage auf die Preise auswirke, hänge von der Dauer des Konflikts ab.

Lucas Brüggemann

Partei dementiert: Ahmadinedschad angeblich noch am Leben

18:21
01.03.2026
Der frühere iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad soll nach Angaben seiner Partei Dolate Bahar doch nicht getötet worden sein. Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Ilna gemeldet, der 69-Jährige sei bei einem Luftangriff in Teheran ums Leben gekommen. Welche der beiden Angaben richtig ist, konnte zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

„Dolate Bahar gibt hiermit bekannt, dass die Berichte über den Märtyrertod von Dr. Ahmadinedschad bei den amerikanisch-israelischen Angriffen falsch sind“, hieß es in einer Mitteilung auf der Internetseite der Partei.

Die Nachrichtenagentur Isna veröffentlichte zudem eine Mitteilung Ahmadinedschads zum Tode des obersten geistlichen Führers im Iran, Ajatollah Ali Chamenei. Dessen Tod war in der Nacht im Staatsfernsehen verkündet worden.

Lucas Brüggemann

Trump will mit Iran über Zukunft reden

17:56
01.03.2026
Einen Tag nach den Angriffen auf den Iran und der Tötung des bisherigen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei hat sich US-Präsident Donald Trump gesprächsbereit gezeigt. „Sie wollen reden, und ich habe zugesagt, also werde ich mit ihnen sprechen“, zitierte ihn die Zeitschrift „The Atlantic“ nach einem Telefoninterview. Dabei warf Trump den Iranern vor, zu lange gezögert zu haben. Unklar war, ob die iranische Seite auch zu Gesprächen bereit ist.

Wann genau die Gespräche stattfinden sollen, ließ Trump demnach offen. Der Präsident habe angemerkt, dass einige Iraner, die an den bisherigen Verhandlungen beteiligt waren, nicht mehr am Leben seien. „Die meisten dieser Leute sind tot. Einige derjenigen, mit denen wir verhandelt haben, sind tot, denn das war ein schwerer Schlag“, sagte er.

Iranischer Kurs nach Chameneis Tod unklar

Mit wem Trump nun sprechen möchte, ist bislang unklar. Zuletzt verhandelten die Vereinigten Staaten unter Vermittlung von Oman mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi. Nach dem Tod von Chamenei bei den amerikanisch-israelischen Luftangriffen auf Teheran ist der weitere Kurs des Landes unklar.

Bis ein neues Staatsoberhaupt bestimmt wird, soll ein dreiköpfiger Rat seine Aufgaben übernehmen. Diese Rolle fällt laut offiziellen Angaben Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie dem Mitglied des Wächterrats, ⁠Alireza ⁠Arafi, zu. Für die Wahl des neuen Staatschefs ist ein sogenannter Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, zuständig.

Lucas Brüggemann